Kopfsteinpflaster als Altstadt-Barriere

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Uneben, holperig, mitunter steil – Rollstuhl- und Rollatorfahrer haben’s in der Altstadt schwer. Ausgerechnet der Treffpunkt „Der Kleine Prinz“ ist für „Rollis“ oft nur mit Hilfe zu erreichen.

Lüdenscheid - Wünsche darf jeder äußern, wenn es um die Umgestaltung der Altstadt geht. Wichtiger sind der Stadt aber Lösungsvorschläge, wie sich ebendort die Situation für Behinderte verbessern lässt.

Ausgerechnet die Gaststätte „Der kleine Prinz“ ist beispielsweise für Rollstuhlfahrer kaum ohne Hilfe zu erreichen. Zu holperig ist das Pflaster, zu wellig sind mitunter die Zufahrten und zu steil. „Eine unserer Jugendlichen kommt mit dem Rollstuhl alleine nicht zum Kleinen Prinzen“, sagt beispielsweise Monika Schwanz vom Kreisverband MK für Körper- und Mehrfachbehinderte. Monika Schwanz, auch stellvertretende Vorsitzende der Interessenvertretung (IV) für Menschen mit Behinderungen, gehört auch zu der neu eingerichteten Lenkungsgruppe „Altstadt“, die auf solche Erfahrungen aus erster Hand angewiesen ist. Planer, Vertreter der zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) sowie der Altstadt-Kultureinrichtungen wollen ein Konzept für die Umgestaltung ausarbeiten und dafür EU-Fördergelder bekommen.

„Mein größter Wunsch ist, das Kopfsteinpflaster zuzuteeren“, so Monika Schwanz bei der letzten IV-Sitzung. Für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer ist das Kopfsteinpflaster in der Altstadt ein Dauerärgernis, wie weitere Redebeiträge zeigten, in denen ein Ersatz des Kopfsteinpflasters gefordert wurde.

Aber die Runde kannte auch Beispiele, wie es andernorts funktioniert. So will man sich über das rollstuhlfreundliche Konzept in der Aachener Altstadt informieren, die auch Höhenunterschiede kennt. Matthias Wagner nannte als aus seiner Sicht sinnvolles Beispiel Santiago di Compostela, wo einst für Schubkarren platte Bahnen zwischen dem Kopfsteinpflaster verlegt worden seien.

Für den 6. Februar lädt der Fachdienst Stadtplanung und Verkehr zum „Zukunftsforum Altstadt“ ein, bei dem es um ein integriertes Handlungskonzept Altstadt gehen soll. Die Auftaktveranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Kulturhaus. - sum

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