Glenn Millers Swing lebt

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Sängerin Ellen Bliek sowie Wil Salden (li.) und seine „Truppe“ boten ein hinreißendes Konzert.

Lüdenscheid - Glenn Miller lebt. Oder doch zumindestens seine Musik und die der Big Bands der Swing-Ära. So präsentierte sich das Kulturhaus am Samstagabend recht gut gefüllt, als sich Wil Salden und das von ihm geleitete „Glenn Miller Orchestra“ ausgiebig der „History of Big Bands“ widmeten.

Die Ausweitung des Fokus war sehr ernst gemeint: So wurden auch die Big Bands von Stan Kenton, Tommy Dorsey, Benny Goodman, Les Brown und Count Basie wieder lebendig. Und noch ein Wegbereiter des Swing stieß dazu: Kein Geringerer als George Gershwin lieferte die Noten für „Strike up the Band“ aus dem gleichnamigen Broadway Musical.

Einen musikalischen Ideengeber bearbeitete auch Les Brown, der seinem „Bizet has his Day“ eine Melodie des Franzosen zugrundelegte. Rhythmisch war es eine recht komplexe Aufgabe, die Wil Salden dabei den Besuchern aufgab, als er sie aufforderte, bei mitreißendem Tempo mitzuklatschen.

Wo gesungen werden musste, kam Ellen Bliek zum Einsatz: Die Sängerin war immer dann gefragt, wenn Liebende und Menschen voller Sehnsucht zu Wort und Ton kamen. So etwa beim auch von Glenn Miller eingespielten „I know why and so do you“, Stan Kentons „It’s been a long Time“ und der „Sentimental Journey“, auf die Les Brown einst Doris Day schickte.

Bei anderen Titeln bekam Ellen Bliek Unterstützung aus dem Orchester, was zumeist als kleiner Spaß inszeniert wurde: So wurden die Szenen aus dem Chattanooga Choo Choo mit Schaffnermütze und Fahrkarte lebendig. Auch „Don’t sit unter the Apple Tree with anyone else but me“ bot Gelegenheit zur szenischen Darstellung der dringenden Ermahnung.

 Zweimal griff auch Wil Salden höchstpersönlich zum Mikrophon: Mit Frank Sinatra würdigte er „Chicago“ und sang von einer folgenreichen Begegnung: „The Sky fell down, when I met you“. Dass der heute relativ unbekannte Song von Benny Goodman, Tommy Dorsey und Glenn Miller gespielt wurde, machte deutlich, wie wunderbar die Kompositionen in der Swing-Ära zwischen den Beteiligten hin und hersprangen. So auch „Sweet Georgia Brown“, das mit einem grandiosen Intro der Rhythmusgruppe begann. Diese war auch gefragt bei Benny Goodmans „Sing Sing Sing“ und wandelte dabei auf den Spuren des legendären Gene Krupa.

Trotz des erweiterten Horizonts von Wil Saldens musikalisch und choreographisch überzeugender „Truppe“ kamen natürlich auch die unsterblichen Ohrwürmer von Glenn Miller zu ihrem Recht: „Tuxedo Junction“ und „Pennsylvania 6-5000“, die „Moonlight Serenade“ und „In the Mood“, das die Musiker sich für eine der Zugaben aufgehoben hatten. Da war es kein Wunder, dass das Publikum sich für seinen Beifall von den Plätzen erhob. - von Thomas Krumm

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