Konzept für „Taktiles Leitsystem“ im Rathaus

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Bernd Kaiser hofft, dass man wenigstens Mindestanforderungen ausarbeiten kann: „Dann kämen wir einen Schritt weiter.“ 

Lüdenscheid - Zwischen Wunsch und Wirklichkeit steht der Bestand: Dass nicht einfach alles verwirklicht werden kann, was sich Betroffene wünschen, erfährt die Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen gerade am Beispiel des so genannten Taktilen Leitsystems.

Das könnte, konsequent verwendet, im ganzen Rathaus Blinden und Sehbehinderten die Orientierung erleichtern. Am besten beginnend mit einem ertastbaren Modell des Hauses und wesentlicher Bereiche, ergänzt durch aufgeklebte Leitstreifen, die dieser Gruppe schon die Orientierung in manchen Bereichen der Stadt erleichtert – diese Vorstellung beschäftigt die Interessenvertretung schon eine Weile.

Linien zu den Aufzügen, zu Treppen, zum Bürgeramt oder den Toiletten würden eine große Hilfe sein, hieß es. Bislang scheitert es an Kosten und Konzepten. Allein ein Relief würde einen fünfstelligen Betrag erfordern – Geld, das man sich durch Spenden erhofft.

Eine Verpflichtung der Stadt, ein solches System einzurichten, bestehe nicht, betont Frank Kuschmirtz. Schließlich baue man nicht neu, sondern verbessere nach und nach den Bestand. Doch der Leiter der Zentralen Gebäudewirtschaft betont auch: „Wir versuchen immer, die Dinge zu optimieren.“

Auf dem Weg dorthin soll nun zweierlei helfen. Zum einen, so ein Vorschlag von Petra Noack, Fachdienstleiterin „Rat und Bürgermeister“, könnten die Behindertenvertreter – mit Hilfe der „Agentur Barrierefrei“ – wesentliche Kriterien ausarbeiten. Zum anderen will Petra Noack in Städten ähnlicher Größe nachfragen, wie die das Problem angingen. Noack: „Man wird sicherlich eine Leitlinie finden müssen.“

Bernd Kaiser, der durch die Sitzung führte und die verhinderte ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Monika Schwanz vertrat, zeigte sich zuversichtlich, dass man wenigstens Mindestanforderungen ausarbeiten könne: „Dann kämen wir einen Schritt weiter.“

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