Konzept: Geld statt Lehrer an Lüdenscheider Schule

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Markus Ignatzek (l.), didaktischer Leiter der ARG, und Rektor Michael Lohr planen derzeit, welche Angebote mit qualifiziertem Personal durch die Maßnahme „Geld statt Stellen“ besetzt werden könnten. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Als erste allgemeinbildende weiterführende Schule in Lüdenscheid will die Adolf-Reichwein-Gesamtschule (ARG) ab dem kommenden Schuljahr eine Lehrerstelle kapitalisieren. Die Maßnahme „Geld statt Stellen“, vom Land NRW bietet seit zwei Jahren Schulen die Möglichkeit, sich unbesetzte Lehrerstellen „auszahlen“ zu lassen.

In Lüdenscheid hat bislang als einzige weiterführende Schule die Friedensschule, eine Förderschule für Lernbehinderte, das Modell in Anspruch genommen. „Es ist eine sehr gute Sache“ berichtete Schulleiterin Annette Schmidt-Kob von den Erfahrungen. „Wir konnten dem Anspruch auf Ganztagsunterricht aufgrund der nicht besetzten Lehrerstellen nicht mehr gerecht werden, haben mit dem SOS-Kinderdorf einen guten Kooperationspartner gefunden und können nun dank der 1,2 kapitalisierten Lehrerstellen ein deutlich vielfältigeres und umfangreicheres Angebot für den Ganztag anbieten. Das reicht von Fördermaßnahmen über Berufsorientierung bis hin zu Wahlpflichtangeboten“, so Schmidt-Kob.

„Bereits seit einigen Jahren konnten an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule mehrere Lehrerstellen nicht besetzt werden“, so deren Schulleiter Michael Lohr. Derzeit spricht er von vier unbesetzten Stellen. Hinzu kämen längere Ausfälle von Lehrerinnen oder Lehrern aufgrund von Krankheit oder Mutterschutz, so dass der Unterricht erhebliche Kürzungen erlitt. Allein in diesem Schuljahr mussten rund 350 Wochenstunden im Bereich des Unterrichts und der Ganztagsbetreuung gekürzt werden.

Nun gibt es aber die Möglichkeit, sich eine offene Lehrerstelle, die nicht mit einem ausgebildeten Lehrer besetzt werden konnte, mit 50 000 Euro pro Schuljahr auszahlen zu lassen. „Dieses Geld darf nur für Arbeitsgemeinschaften, Betreuungs- oder Fördermaßnahmen verwendet werden“, so der didaktische Leiter Markus Ignatzek. Vorrangiges Ziel sei es natürlich, Lehrer einzustellen. Bevor aber die Stellen unbesetzt blieben, könnten mit den Geldern „Lücken gestopft“ werden.

Lehrer, die derzeit für AGs, Betreuungsmaßnahmen oder Förderunterricht eingeteilt wurden, könnten sich auf den „eigentlichen“ Unterricht konzentrieren, die außerunterrichtlichen Bereiche hingegen könne qualifiziertes Personal abdecken. Angestrebt werden Angebote mit außerschulischen Kooperationspartnern, wie Musik-, Tanz- oder Ballettschulen, freischaffenden Künstlern oder Sportvereinen.

Zudem will Markus Ignatzek Einzelpersonen mit entsprechender Qualifikation ins Boot holen. „Wir denken da in erster Linie an Eltern aus der Schulgemeinde, die beispielsweise Arbeitsgemeinschaften oder Hausaufgabenbetreuung anbieten oder in der Bücherei aushelfen könnten.“ Das ganze hat bislang einen Haken: „Eine verbindliche Zusage über die Gelder gibt es erst, wenn der neue Haushaltsplan für NRW verabschiedet wurde“, so Ignatzek, der aufgrund einer mündlichen Zusage aber bereits nach qualifizierten Kräften sucht. „Wenn wir gute Erfahrungen mit dem Modell machen, könnten wir uns vorstellen, diese Maßnahme auszuweiten“, so Ignatzek, der sich besonders dafür eingesetzt hat, mit dem Modell „Geld statt Stellen“ Unterrichtsausfall im Ganztagsbereich aufzufangen. Laut Schlüssel „Schüler/Lehrerverhältnis“ könnte sich die Gesamtschule 2,4 Lehrerstellen auszahlen lassen.

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