Urteil am Amtsgericht

Kontrolle auf Kirmes im MK: Polizisten entdecken Haschisch in der Unterhose

Nur für den Eigenbedarf habe er angebaut, versicherte der Angeklagte.
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Symbolbild

Das war eine ganz teure Cannabis-Dosis: Für den unerlaubten Besitz von 1,7 Gramm verurteilte ein Strafrichter einen Gebrauchtwagenhändler (31) zu einer Geldstrafe von 1650 Euro.

Lüdenscheid - Es geht um eine vermeintliche Kleinigkeit im Saal E28 des Amtsgerichts. Strafrichter Andreas Lyra hat es mit einem Kiffer (31) zu tun. Der Vorwurf klingt vergleichsweise harmlos. Oberamtsanwältin Martina Herzig wirft dem Mann vor, ganze 1,7 Gramm Marihuana in seiner Unterhose verborgen und außerdem einen Joint geraucht zu haben – illegaler Drogenbesitz also.

Auf Rummelplatz in Lüdenscheid wieder erkannt

Es ist Ende Mai 2019, als der Angeklagte mit einem Kumpel die Kirmes auf der Hohen Steinert besucht. Nur ein paar Tage zuvor hat ihn das Schöffengericht zu einem Jahr Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Polizisten hatten in seiner Wohnung 329 Gramm Marihuana aufgestöbert und sichergestellt.

Auf dem Rummelplatz erkennen sie ihn offenbar wieder. Seinen glimmenden Joint schmeißt er zwar sofort weg, aber nicht mehr rechtzeitig. Die Beamten heben den Stängel auf und filzen den Mann. Jetzt sitzt er neben seinem Strafverteidiger Andreas Trode und hofft auf einen glimpflichen Ausgang des Verfahrens.

Vieles spricht dafür, dass seine Hoffnung sich erfüllen wird. Er geht einer geregelten Arbeit nach, handelt mit Gebrauchtwagen. Seit einem halben Jahr, beteuert er, habe er keinerlei Drogen mehr konsumiert. Und die Geldbuße, die mit der Bewährungsstrafe verbunden war, 1000 Euro, hat er längst brav bezahlt.

Der Bewährungsverlauf klingt auch nach den Worten des Richters „recht löblich“. Eine anstrengende Beweisaufnahme erübrigt sich. Zwei der drei Zeugen sind der gerichtlichen Vorladung zum Prozess sowieso nicht gefolgt. Eine wackere Polizistin ist vergeblich gekommen – aus Düsseldorf.

Oberamtsanwältin Herzig ist trotzdem nicht nur milde gestimmt. „Man spricht hier von einem Bewährungsversagen mit erheblicher Rückfallgeschwindigkeit.“ Doch die Menge der Drogen ist denkbar gering. Der Richter verurteilt den Ex-Kiffer zu einer Geldstrafe: 1650 Euro gehen an die Landeskasse.

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