Konsumfelder größer, Beratung um so intensiver

Magdalena Ermert, Michael Lücker, Claudia Kurz und Inge Blask (v.l.) ließen das vergangene Arbeitsjahr der Verbraucherzentrale Revue passieren.

LÜDENSCHEID ▪ Die Verbraucherzentrale streckt zwangsläufig ihre Fühler nach allen Seiten aus, bekommt mit, wo den Konsumenten der Schuh drückt und wie sich Konsumfelder vergrößern und immer weitere Bögen spannen. „Das wird für die Verbraucher immer unübersichtlicher und ist selbst für die Berater kaum noch zu schaffen“, sagt Umweltberater Michael Lücker. Anlass dieser Analyse war die Vorstellung des Jahresberichts 2009 der Verbraucherzentrale an der Altenaer Straße, der 31. inzwischen.

Leiterin Magdalena Ermert skizzierte die Themenfelder, die ihren Beratungsalltag im vergangenen Jahr bestimmten. „Wie packen Privathaushalte die Wirtschaftskrise“, sei nicht nur zum Weltverbrauchertag, sondern auch über das gesamte Jahr eine entscheidende Frage gewesen, die die Beratungen geprägt habe: „Hinzu kommen die Gewinnspielwerbung, undurchsichtige Internet-Angebote, kryptische Klauseln in Strom- oder Gaslieferverträgen. Manche Beratungen und Hilfestellungen sind besonders zeitintensiv und dann entstehen schon einmal längere Wartezeiten und ich kann dann das Telefon nicht auch noch bedienen“, betonte Ermert. 14 635 Ratsuchende nahmen 2009 die Dienste der Verbraucherzentrale in Lüdenscheid wahr, vernahmen Vertreter aus Politik und Verwaltung, die sich heute in der Verbraucherzentrale einfanden.

Claudia Kurz und Michael Lücker, die sich eine Stelle bei der Abfall- und Umweltberatung teilen, stellten ihre Aktionen zur Sensibilisierung für Mülltrennung, Lärmschutz und Klimawandel vor. Eine Ausstellung zum fairen Handel, die sich mit dem Fußball-WM-Gastgeberland Südafrika befasst, steht im nächsten Monat auf dem Programm.

„Vor Ort allein können die Verbraucherzentralen keine wesentlichen Veränderungen umsetzen, sondern den Konsumenten nur mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ansonsten ist der Gesetzgeber gefragt“, erklärte Inge Blask, Leiterin der Verbraucherzentrale in Iserlohn. So seien die Forderungen der Zentrale, unerlaubte Telefonwerbung noch stärker zu reglementieren, noch nicht erfüllt worden und auch die Einblendung von Bezahl-Button bei kostenpflichtigen Angeboten im Internet sei wünschenswert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare