Die Wirtschaft in Südwestfalen sieht schwarz

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Südwestfalen – Nach einer langen Phase des Aufschwungs trübt sich die konjunkturelle Lage der Wirtschaft im Märkischen Südwestfalen deutlich ein. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK).

„Der jahrelange Aufschwung findet offensichtlich sein Ende. Die enge Verflechtung mit der Automobilindustrie hinterlässt nicht nur bei den Zulieferern deutliche Bremsspuren im Märkischen Kreis, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und in Hagen. Die Politik muss jetzt die Komfortzone verlassen und die Belange der Wirtschaft wieder in den Fokus stellen.“ Dies fordert SIHK-Präsident Ralf Stoffels.

Erstmals seit dreieinhalb Jahren landen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in der SIHK-Konjunkturumfrage wieder auf Platz 1 der größten Risiken für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Diese, sagt Stoffels, seien geprägt von den „weltweiten handelspolitischen Auseinandersetzungen, dem drohenden ungeregelten Brexit, steigenden Strompreisen, fehlenden Industrie- und Gewerbeflächen, überlasteten Schienen und Straßen, der offenen Zukunft hoch effizienter Verbrennungsmotoren, nicht mehr wettbewerbsfähiger Unternehmenssteuern im internationalen Vergleich und überbordenden bürokratischen Belastungen“.

Stoffels: „Das Maß ist voll! Es braucht eine wirtschaftspolitische Agenda auf allen Ebenen, die die Zukunft der Wirtschaft wieder in den Mittelpunkt stellt!“

An der Konjukturumfrage hatten sich 272 Unternehmen mit 31 222 Beschäftigten von Ende August bis zum 20. September beteiligt. Bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse ergänzte SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat: „Zwar beurteilen immer noch 76 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Aber die Erwartungen für die Zukunft verschlechtern sich dramatisch.

Bei allen Indikatoren, die die Zukunft betreffen, verdoppelt sich nahezu die Zahl der Unternehmen, die allgemein mit schlechteren Geschäften rechnen, die weniger Exporte befürchten, die zukünftig ihre Investitionsbudgets verringern wollen oder gar mit weniger Beschäftigten in der Zukunft planen.

In all diesen Bereichen überwiegt nun die Zahl der Pessimisten die Zahl der Optimisten. Wenn hier nicht deutlich bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen nachgesteuert wird, laufen wir in Gefahr im kommenden Jahr eine spürbare Konjunkturabkühlung zu durchlaufen.“

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