Müllsammelaktion

Sauberes Lüdenscheid: Kondome und toter Hamster

Mit vereinten Kräften rückten die Bürger am Vogelberg dem Müll zuleibe.

Lüdenscheid - Zangen, Säcke, dicke Handschuhe und Warnwesten – auf diese Weise bestens ausgestattet, machten sich 1535 freiwillige Helfer im gesamten Stadtgebiet auf und packten am Samstag tatkräftig an für die 15. Runde der Aktion Sauberes Lüdenscheid.

Im gesamten Stadtgebiet mühten sich 15 Vereine und Organisationen, Nachbarschaften, Kindergärten, Schulen, der Hegering und das Technische Hilfswerk und trugen 14 bis 16 Tonnen Müll zusammen, der an Böschungen, in Wäldern, auf Wegen, Wiesen, Feldern und an Straßenrändern verstreut lag.

Am Vogelberg hatten sich Kindergartenkinder, Eltern, Erzieher sowie weitere Bürger aus der Nachbarschaft gemeinsam aufgemacht, förderten Radzierblenden, Tannenbäume, Bonbonpapier, Glasscherben, Essensreste und Imbisstüten zu Tage und sammelte fleißig alles, was die Umgebung hergab. Bei strahlendem Sonnenschein herrschte vor allem die Freude am gemeinsamen Tun vor.

Während die Jugend des Technischen Hilfswerks mit Greifzangen akribisch das Gelände absuchte und neben Kippen auch Käfigteile, Draht und Holzlatten sammelte, stapelten sich nebenan vor der Theodor-Heuss-Realschule ebenfalls Berge von Müll, den Schüler und Lehrer gemeinsam zusammentrugen. Hier gab es als spektakulärsten Fund eine zerfallene, unbewohnte Bude mit allerlei Plastikmüll, Matratze, Schnaps- und Bierflaschen, Papiermüll und Kippen.

Bürgermeister Dieter Dzewas begleitete die Sammler und teilte Schwimmbadgutscheine aus, die die Stadtwerke Lüdenscheid für alle Teilnehmer gesponsert hatten. „Dies ist die zehnte Aktion unter Federführung des STL“, berichtete STL-Mitarbeiter Frank Wiemer, verantwortlich für die Gesamtorganisation. Jedes Jahr sei die Bereitschaft zur Mithilfe sehr groß. Abgesehen vom Jahr 2010, wo 1590 Sammler an den Start gingen, verzeichnete er in diesem Jahr die bislang stärkste Teilnehmerzahl.

„Seit diesen Müllaktionen sind meine Kinder aufgeklärt“, berichtete eine Sammlerin von der Homert: Hier hatten 21 Nachbarn mit ihrem Nachwuchs nicht nur Zementsäcke, Autoreifen, Farbeimer und Fliesen, Papier, Verpackungen und Schnapsflaschen zusammengetragen, sondern auch etliche Kondome unter Büschen hervorgezogen. Sie entdeckten dazu einen toten Hamster in einer Kiste, und nachdem ein Zigarettenautomat mit vereinten Kräften unter Einsatz von Traktor und Seilwinde geborgen worden war, stärkte sich die Sammelgemeinschaft bei Grillfleisch und Salaten.

Dies taten ebenfalls viele weitere Helfer, die die Aktion mit gemeinsamem Grillen oder Kaffeetrinken ausklingen ließen. Bereits vor der Aktion am Samstag hatten sich neun Gemeinschaften stark gemacht und kräftig Müll gesammelt. Nach dem Wochenende wird es noch vier Säuberungsaktionen geben, durchgeführt von Schulen und Vereinen.

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