Von Kondom-Dieben und Boykotzbrocken

Der satirische Wochenrückblick

- Zeichnung: Stephan Masloff

Auch in dieser Woche blicken wir – mit einem Augenzwinkern, aber auch einmal zornig – auf Ereignisse der vergangenen Tage zurück:

Samstag, 2. Januar: Die LN stellen die neue Raststätte an der Sauerlandlinie vor. Damit wir das dürfen, sind aber genaue Vorgaben des Betreibers „Tank & Rast“ zu befolgen. Unter anderem, so lautet der Befehl, müsse das Logo der Mineralölgesellschaft an der Tankstelle auf Fotos retuschiert werden. Scheint ihnen peinlich zu sein, welchen Sprit sie dort verkaufen. Uns soll’s aral sein.

Sonntag, 3. Januar: Ausgerechnet einen Kondom-Automaten versuchen in Menden zwei junge Männer zu knacken. Und werden dabei prompt erwischt. Nun erwartet sie ein Strafverfahren wegen besonders schweren Diebstahls. Vielleicht können sie sich ja mit übergesetzlichem Notstand herausreden.

Montag, 4. Januar: Ganze zwei Angestellte residieren auf satten 189 Quadratmetern in der Verdi-Geschäftsstelle Lüdenscheid. Jetzt müssen sie von der Kölner Straße nach Hagen umziehen. Irgendjemand wird sie verpfiffen haben.

Dienstag, 5. Januar: Wenn das so weitergeht, werden wir bald keine „Coburger Lerche silber ohne Binden“ mehr sehen. Damit nicht genug: Auch „Kölner Tümmler weiß“ und „Orientalische Roller aschfahl“ oder „schwarzgesprenkelt“ könnten uns vorenthalten bleiben. Denn die hiesigen Rassetauben- und Hühnerzüchter klagen über Nachwuchsmangel. Um dem abzuhelfen, wollen sie „neue Wege gehen“. Die möchte ich mir lieber gar nicht vorstellen.

Mittwoch, 6. Januar: Laut Anklage hat ein 24-jähriger Fabrikarbeiter eine fest schlafende junge Frau ausgezogen und die Wehrlose sexuell missbraucht. Die Verteidigerin des Mannes versucht, mit gleich acht Beweisanträgen die Glaubwürdigkeit des Mädchens zu erschüttern. Ihren Mandanten vergattert sie zum Schweigen, bevor er noch die Wahrheit sagt. Die Juristin ist ja schließlich auch nicht entkleidet und widerlich befingert worden. Ganz schön bitter, wenn man auf diese Weise sein Geld verdienen muss.

Donnerstag, 7. Januar: Die Awo bietet in ihrem Frühjahrsprogramm auch einen Kursus „Baby-Yoga“ an. Das ist doch mal was. „Ommmmm“ statt „Rabääääh“!

Freitag, 8. Januar: In das Obergeschoss des Gebäudes, in das sich auch Fernseh Berlet eingemietet hat, sollen Flüchtlinge einziehen. Das beschließt die Stadt. Dutzende Anrufer beschimpfen und beleidigen daraufhin die Berlet-Mitarbeiter telefonisch. Sie drohen dem völlig unbeteiligten Händler sogar mit Boykott. Kein Herz zu haben ist ja schon mies. Aber bei diesen Boykotzbrocken fehlt auch noch das Hirn.

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