Blinde gehen im Kreis, Rollstuhlfahrer rollen

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Rampenkonstruktionen wie diese in der Altstadt ermöglichen auch Rollstuhlfahrern Zufahrt, brauchen aber Platz.

LÜDENSCHEID - Man plant Jahre, glaubt, alle befragt zu haben und dann das: Die vorgesehene Steigung sei noch zu stark, kritisieren Rollstuhlfahrer die Brückenkonstruktion zwischen Phänomenta und Bahnhofsallee.

Stadtplanerin Heike Müller von der Projektstelle Licht und Stadtgestaltung allerdings, die am Donnerstag bei der Sitzung der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderung das Projekt vorstellte, sah sich auf der sicheren Seite: Man habe auch das mit dem ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten Klaus-Martin Pandikow besprochen. Der hat, so sagte er am Donnerstag, nach Abwägung des Für und Wider, „knirschend“ ja gesagt. Doch weitergetragen in die Gruppe hat er diese Diskussion nicht. „Darauf müssen wir uns natürlich verlassen können“, sagte Heike Müller. Zur Planänderung sei es nun zu spät.

In anderer Hinsicht haben die Anregungen der Behindertenvertreter aber zum Umplanen geführt. So wird der Aufzug an die Brückenseite verlegt und so angelegt, dass Rollstuhlfahrer komfortabel vorwärts hinein- und am Ziel vorwärts wieder hinausfahren können. Ein weiteres Thema wurde, quasi in letzter Minute, zufriedenstellend besprochen. Denn Blinde finden dank Brailleschrift auf dem Brückengeländer zwar hinüber, dann aber nicht den neuen Phänomenta-Eingang in 40 bis 50 Metern Entfernung. „Da kann man schon im Kreis gehen“, bemerkte der Blindenvertreter. Das Problem will und kann man noch lösen.

Wieder am Anfang von Planungen, bei der es Belange Behinderter zu beachten gilt, steht man in der Altstadt. Stadtplaner Lars Bursian, Vorsitzender der Projektgruppe, nahm die Kritik mit ins Rathaus, dass ein Anspruch wie „barrierearm“ kein guter Beginn sei. Barrierefreiheit, das sagte Bursian aber auch, sei allein wegen der natürlichen Steigung Richtung Oberstadt nicht möglich. - sum

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