Großartiges Ensemble spielt vor ausverkauftem Haus

Warum dieser Mann seinen Weltschmerz im Whiskey ertränkt

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Günther Maria Halmer als Schriftseller Frederic Trömerbusch in "Vier Stern Stunden".

Lüdenscheid – Daniel Glattauer – das ist „Gut gegen Nordwind“, das ist „Alle sieben Wellen“, ein Erfolgsautor, dessen Werke in 35 Sprachen übersetzt wurden. Nun also „Vier Stern Stunden“.

Die Komödie am Bayerischen Hof hat sich der Bühnenadaption angenommen und das Stück am Freitagabend im Kulturhaus gezeigt. In der Hauptrolle des Schriftstellers Frederic Trömerbusch: Günther Maria Halmer. 

An seiner Seite spielen vor nahezu ausverkauftem Saal Janina Hartwig als Kulturjournalistin Mariella Brem, Florian Odendahl als Juniorchef des Hotels, das auch schon mal bessere Zeiten gesehen hat, und Daria Trenkwalder als Outdoor-Bloggerin Lisa und Geliebte – naja, zumindest eine Halbzeit lang – des prominenten Schriftstellers.

Im Rahmen eines literarischen Abends, zu dem als Publikum rasch die Bridge-Runde von nebenan herbeigeholt wird, stolpert Mariella in den Albtraum eines jeden Journalisten. Blendend vorbereitet ist sie – und dann macht ihr der Gesprächspartner mit misanthropischen Bemerkungen und zynisch-sarkastischem Weltschmerz das Interview kaputt.

Eine Burkaträgerin taucht aus dem Zuschauerraum auf, betritt die Bühne, lamentiert, wird des Hotelsaales verwiesen, das Interview ist beendet. Im zweiten Bild des ersten Aktes dann die Aufklärung: Die Burkaträgerin ist Lisa, Trömerbuschs junge Geliebte, die ihren Auftritt als Outdoor-Bloggerin ins Netz lädt. Auch sie kann mit dem Schriftsteller-Scheusal nicht mehr leben und verlässt ihn.

Der Vorhang fällt zur Pause, die der eine oder andere Zuschauer nutzt, um sich im Schutz der Dunkelheit davon zu machen. Wer bleibt, stellt sich die Frage: Was kommt denn noch nach der Pause? Nun, da finden sich Lisa und der Jung-Hotelier bei Bier und Fußball. Und zum guten Schluss auch das Scheusal und die Journalistin, allerdings bei Wein und Whiskey.

Ein bisschen kitschig, ein bisschen alte Schule. Von Glattauer ist man eine höhere Gagdichte gewohnt. Das Ensemble ist großartig. Die im Stehen dargebrachten Ovationen gelten am Ende vermutlich eher den Schauspielern, denn der literarischen Vorlage.

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