Tom Groll konzipiert für die Phänomenta neues Exponat

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Phänomenta-Leiter Dr. Johannes Pöpping (links) und der Lüdenscheider Lichtkünstler Tom Groll setzten das neue Exponat in Gang.

Lüdenscheid - Nur wenige Minuten dauerte am Mittwochmittag die „Inbesitznahme“ des neuen Exponats in der Phänomenta durch die kleinen Besucher. Dann hatten sie den Bogen raus, wie man das rote und blaue Lichterspiel in den silberfarben glänzenden Telefonzellen in Gang setzt. „Talking Lights“ heißt die brandaktuelle Errungenschaft am Phänomenta Weg – konzipiert durch den Lüdenscheider Lichtkünstler Tom Groll.

Innerhalb der Telefonzellen wird das gesprochene Wort in Licht umgewandelt, Sprachfrequenzen und Lautstärke werden zu Lichtsignalen. Notwendig ist dafür allerdings die telefonische Verbindung zwischen den Zellen, also die Kommunikation der Gesprächspartner. Die beiden Fernsprechzellen stehen sich gegenüber, die eine in rotes, die andere in blaues Licht getaucht. Analog zur Sprache ändert sich im Innern die Intensität und die Farbe des Lichts. „Der Fernsprecher wird zum Lichtsprecher“, nennt es der Künstler, der sein Exponat freigab. Er beschäftigt sich seit 1999 mit Licht. Mit technischen Materialien aus der Industrieproduktion inszeniert er Versuche, die Entdeckungen ermöglichen. „Eigentlich wollten wir die Telefonzellen schon früher in Betrieb nehmen, aber durch die Installationen Grolls in Frankfurt in der vergangenen Woche wurde das etwas knapp“, freuten sich auch Phänomenta-Leiter Dr. Johannes Pöpping und Pressereferentin Dunja Landi über den Besuch des Künstlers im Wissenschaftsmuseum. Zur „Light and Building“ in Frankfurt hatte Tom Groll das Gebäude der Deutschen Bank illuminiert – wir berichteten. Groll ist national und international ausgezeichneter Künstler und kuratiert in Lüdenscheid das „Lichtrouten“-Festival.

Bei den Telefonen handelt es sich um amtliche Fernsprecheinrichtung ähnlich wie jene, die noch in den letzten Jahren im öffentlichen Raum zu sehen waren. Wählt man in der blauen Zelle die entsprechende Nummer, klingelt’s in der roten Zelle. Kommt dann ein Gespräch zustande, werden Worte zu Licht. „In der Transformation werden die verbalen Inhalte abgestreift. Im spielerischen Erproben entsteht neues Lichtmaterial, das selbst zum Inhalt von Kommunikation wird“, heißt es dazu seitens des Künstlers. Zu den ersten Nutzern des neuen Exponats zählte gestern eine Gruppe des Offenen Ganztags einer Schule in Ascheberg.

Die Phänomenta ist von montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 17 Uhr geöffnet, samstags und an Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 11 bis 18 Uhr, hat allerdings Karfreitag geschlossen. Erwachsene zahlen elf Euro Eintritt, Kinder von sechs bis 16 Jahre acht und Kinder von drei bis fünf Jahre drei Euro. Die neue Adresse lautet Phänomenta-Weg 1 (bisher Gustav-Adolf-Straße 9-11).

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