Kommunale Spitzenpolitiker diskutieren bei den Aleviten

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Stellten sich den Fragen der alevitischen Gemeinde (v.l.): Jens Holzrichter, Yasin Kut, Gordan Dudas, Dieter Dzewas, Björn Weiß und Hermann Morisse.

Lüdenscheid - Dass Bildung das beste Mittel für eine erfolgreiche Integration ist; darüber waren sich am Sonntag auf dem Podium im Kulturzentrum der alevitischen Gemeinde alle einig.

„Der Weg, den wir eingeschlagen haben, ist richtig“, sagte Bürgermeister Dieter Dzewas. Doch obwohl die Anzahl der Sprachkurse noch erhöht werden soll, sei das nötige Fachpersonal nur schwer zu bekommen. Fünf Minuten hatten die politischen Vertreter jeweils Zeit, um das Programm ihrer Partei vorzustellen.

Zudem stellte ein Teilnehmer die Frage, warum er sich konkret für die eine oder andere Partei entscheiden solle. Bürgermeister Dieter Dzewas hatte in diesem Fall eine knappe, wie auch klare Antwort im Gepäck: „Wer meint, dass ich in den vergangenen zehn Jahren eine gute Arbeit abgeliefert habe, soll mich wählen. Alle anderen nicht.“

SPD-Landtagspolitiker Gordan Dudas warb dafür, dass die Sozialdemokraten erstmals ein Wahlprogramm gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt formuliert haben und hierfür zu Perspektivforen eingeladen hatten. Yasin Kut forderte als Vertreter der Partei Die Linke, dass die Bildung von der Kita bis zur Universität für den Bürger kostenfrei sein müsse. CDU-Bürgermeisterkandidat Björn Weiß führte neben der immer wieder genannten Sprachförderung und Bildung auch den Punkt der Gleichbehandlung aller Migranten an: „Integration ist dann erreicht, wenn wir nicht mehr darüber sprechen müssen“.

Hermann Morisse betonte aus Sicht von Bündnis 90 / Die Grünen, dass der Begriff der Integration doch besser mit Inklusion beschrieben sei. Es könne nicht sein, dass jemand zwar in Deutschland über Jahrzehnte arbeite und Steuern zahle, vom Wahlrecht aber ausgeschlossen werde. Wer keinen deutschen Pass besitze oder nicht aus einem EU-Land komme, könne sich allein über die Wahl des Integrationsbeirats an der Willensbildung beteiligen. Für die FDP lobte Jens Holzrichter, dass es in Lüdenscheid einen breiten Konsens aller Fraktionen gebe, was die Ausländerarbeit angehe.

Die Finanzierung einer pädagogischen Fachkraft, wie sie Özgür Türkmen gefordert hatte, hielten die politischen Vertreter allerdings für schwer realisierbar. Angesichts eines Haushaltssicherungskonzepts müssten immer an irgendeiner Stelle Kosten eingespart werden. Stattdessen empfahlen die Politiker den Weg über alternative Fördertöpfe beim Kreis oder aus der Kultur. - jw

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