Kommentar: Respekt verdient

Die Umstände des Unfalltodes sind aufgeklärt, die Ermittler haben ganze Arbeit geleistet -- "mit Herzblut und Hartnäckigkeit", wie ihr Chef gestern zufrieden und auch ein bisschen stolz verkündete. Aber auch: mit Kriminaltechnik vom Allerfeinsten.

Von Olaf Moos

Polizeichef Bernd Scholz hat sich und sein Team vor dreieinhalb Wochen bei der Pressekonferenz mächtig unter Druck gesetzt. Seine Ankündigung, den Täter zeitnah ermitteln und fassen zu können, hat in der Öffentlichkeit eine Erwartungshaltung erzeugt, die die Arbeit der Ermittler sicher nicht erleichtert hat. Doch die Fahnder sind mit dem Druck fertig geworden, haben jeden der mehr als 1000 Hinweise aus der Bevölkerung ernst genommen und überprüft. Sie haben massig Überstunden geleistet und sich noch nicht einmal von der Aussicht entmutigen lassen, eventuell jeden der 40 000 im Bundesgebiet zugelassenen roten Citroëns Xantia unter die Lupe nehmen zu müssen, um den Unfallverursacher zu fassen. Das verdient höchsten Respekt. Das Lob vieler Leser im LN-Internet-Forum haben sich die Ermittler zu Recht erworben. Abgeschlossen ist der Fall jedoch nicht. Bei aller Erleichterung darüber, dass der Fall gelöst ist, darf nicht verkannt werden, dass nun erst die Arbeit der Justiz beginnt. Nun schlägt die Stunde der Gutachter und Juristen, die feststellen müssen, ob die Erklärungsversuche der Verdächtigen glaubhaft sind. Bei der Bewertung des schrecklichen Geschehens ist also nach wie vor Zurückhaltung angesagt. Eine Vorverurteilung verbietet sich auch diesmal!

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