Komasaufen: Was haltet ihr von den vielen Billig-Partys?

LÜDENSCHEID – Kürzlich zeigte eine Studie der dpa: Jugendliche im Märkischen Kreis müssen öfter im Krankenhaus ausnüchtern, als es die bundesdeutsche Jugend in den vergangenen Jahren im Schnitt tat. In Lüdenscheid häufen sich die Partys, die mit möglichst billigen Getränkepreisen locken, derzeit wieder. Was halten die Jugendlichen von dieser Entwicklung? yourzz.fm ging auf die Straße und fragte nach.

„Wir gehen schon manchmal auf die Partys, weil man da günstig trinken kann und es ist immer viel los“, sagen die 16-jährigen Freunde Felix und Lukas. „Wir sind uns der Gefahren schon bewusst, aber man kann sich ja unter Kontrolle halten“, finden die beiden.

Ganz anders sehen das die ebenfalls 16-jährigen Mädels Maren und Bianca und ihre 15-jährige Freundin Christina: „Die meisten Jugendlichen sehen das als Wettbewerb, sie wollen sich beweisen und denken nicht an die Gefahren.“

„Manche übertreiben es einfach und es ist ja auch schon viel passiert. Man sieht ja, was dabei rauskommt mit den ganzen Alkoholleichen“, findet Tobi, 19 Jahre. Auch die 17-jährige Franziska und ihre ein Jahr jüngere Schwester Anna sind nicht begeistert von dem Trend: „Den Leuten geht es doch nur ums Saufen!“ Felix geht generell lieber auf Privat-Partys: „Auf diesen Sauf-Partys kennt man ja noch nicht einmal die Menschen, mit denen man sich betrinkt“, weiß der 18-jährige aus Erfahrung. „Wir gehen nicht auf solche Partys, auf denen nur Alkohol getrunken wird. Die Leute verhalten sich komisch und wissen nicht mehr, was passiert.“ Darin sehen Juliane und Kathi „keinen Sinn“.

Alle sind sich darin einig, dass die Jugendlichen sich der Gefahren des „Komasaufens“ nicht bewusst sind. „Es ist schädlich für das Gehirn und den Körper“, weiß der 19-jährige Lucas. Fast alle Befragten sehen auch die Party-Veranstalter in der Pflicht: „Ich finde schon, dass die Veranstalter mehr Verantwortung übernehmen sollten. Schließlich können die meisten Jugendlichen ihren Alkoholkonsum nicht kontrollieren“, sagt die 22-jährige Julia Cora stellvertretend für die anderen.

Jason gibt aber nicht nur den Clubs die Schuld: „Zwar müssen die Veranstalter die Leute kontrollieren und auch mal sagen ‚Es gibt nichts mehr‘. Aber die generelle Verantwortung, wie viel man trinkt, muss jeder selbst tragen.“ ▪ tas

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