Kolpingstiftung: In zehn Jahren 71 370 Euro

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Erich Geisbauer ist von Anfang an Vorsitzender der Stiftung.

LÜDENSCHEID ▪ 71.370 Euro sind eine Menge Geld. Soviel hat die Kolpingstiftung St. Medardus in bisher acht Ausschüttungen an wohltätige Zwecke, vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit, aber auch für Senioren oder Familienbildung ausgeschüttet.

Jetzt feiert die Stiftung ihren zehnten Geburtstag – Gelegenheit, die Arbeit, die sonst bis auf die jährlichen Ausschüttungen eher im Stillen stattfindet, öffentlich vorzustellen und den runden Geburtstag angemessen zu feiern, meint 1. Vorsitzender Erich Geisbauer.

Eingeladen wird ab 10 Uhr zunächst zu einem Festgottesdienst in die Pfarrkirche St. Joseph und Medardus. Daran schließt sich ab 11.30 Uhr ein Empfang im Kulturhaus an. Dort wird nach Begrüßung und Grußworten Geisbauer die Stiftung vorstellen. Nach einem Mittagsimbiss präsentiert Dieter Fender sein Kabarettprogramm „Kirche könnte so schön sein“.

Das Kapital der Stiftung beläuft sich derzeit auf 298 000 Euro. Zu Beginn vor zehn Jahren waren es 290 000 Euro. Gegründet wurde die Stiftung mit dem Verkaufserlös des St. Medardus-Kolpingsheimes – 500 000 D-Mark. Hinzu kamen Rücklagen des Trägervereins „Katholische Jugendheimstatt Lüdenscheid“, der sich nach dem Verkauf auflöste. Für Geisbauer ist die „auf ewig“ angelegte Stiftung eine Möglichkeit, alle Spenden, die einst für den Bau des Hauses flossen, weiter zu nutzen: „Das Geld ist nicht verloren.“ Weitere Zustiftungen sind willkommen. Ab 50 000 Euro haben Stifter laut Satzung die Möglichkeit, den Verwendungszweck zu bestimmen.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Idee zum Bau eines Gesellenhauses in Lüdenscheid auf. 1950 gab es dann die Anfrage der Arbeitsverwaltung, die Träger für Lehrlingsheime suchte und Fördermittel in Aussicht stellte. Damals gab es in Lüdenscheid weit mehr Lehrstellen als Bewerber, während das Verhältnis in anderen Regionen umgekehrt war. 1951 wurde der Verein gegründet und mit dem Bau des Hauses begonnen.

1953 zogen die ersten Jugendlichen aus Niederbayern und Schleswig-Holstein ein. Ende der 1960er-Jahre war dann ein solches Heim nicht mehr gefragt. In Verbindung mit dem Kolping-Bildungswerk des Diözesanverbandes Essen wurden nun Förderlehrgänge mit Internatsunterbringung für nicht berufsreife Mädchen angeboten. Das Haus wurde in St. Medardus Kolpingheim unbenannt. 1998 musste es aber seinen Betrieb einstellen, weil es keine Fördermittel mehr gab. Da andere Nutzungsmöglichkeiten fehlten, entschied man sich für den Verkauf an die Lebenshilfe und die Gründung der Stiftung.

Gefördert werden seitdem regelmäßig die Adolf-Kolping-Schule, beispielsweise für das Theaterprojekt „Mein Körper gehört mir“, der Jugendaustausch mit Guatemala, Freizeiten der KJG und der Pfadfinder, Stipendien für berufliche Weiterbildung oder Seminare. Den Vorstand bilden neben Geisbauer 2. Vorsitzender Thomas Butzki, Präses des Diözesanverbandes Bernd Steinrötter, Präses Johannes Broxtermann und Ursula Plümacher. Der Stiftungsrat kontrolliert die Vergabe der Gelder: 1. Vorsitzender Ulrich Böhse, 2. Vorsitzende Katrin Grötschel, Walter Roßberger, Ricarda Sellig, Petar Kamber und Thomas Langescheid für die Kolpingsfamilie, Matthias Grötschel. ▪ gör

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