Dr. Köster neuer Direktor der Kinderklinik

Klinikdirektor Dr. Bernd Köster mit seinem kleinen Patienten Kevin Schwarz.

MÄRKISCHER KREIS – Das hat es seit vielen Jahren bei den Märkischen Kliniken nicht mehr gegeben: Aus den eigenen Reihen steigt ein Oberarzt zum Klinikdirektor auf. Seit Anfang des Monats ist Dr. Bernd Köster Direktor der der Lüdenscheider Kinderklinik der Märkischen Kliniken. Er tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Thorsten Rosenbaum an, den es zurück in das heimatliche Rheinland zog. Für Geschäftsführer Robert Schüwer macht diese Personalentscheidung gerade auch vor der schwierigen demografischen Entwicklung Sinn. „Dr. Köster hat die Klinik seit vielen Jahren mitentwickelt. Mit ihm greifen wir auf einen bewährten und kundigen Arzt zurück.“

Ein Blick zurück: Der jetzt 58-Jährige studierte Anfang der 70er-Jahre Medizin an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Seine Facharztausbildung zum Kinder- und Jugendarzt erhielt er anschließend an der Bonner Universitätskinderklinik. Insbesondere den Bereich der Neonatologie, die Intensivbetreuung von Neu- und Frühgeborenen, entwickelte er zu seinem Spezialgebiet. Gleichzeitig lag ihm das Schicksal schwerkranker Kinder am Herzen – so wurde die Kinderonkologie zu einem weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit.

Als Anfang 1986 in der Lüdenscheider Kinderklinik der Auf- und Ausbau der Neonatologie auf dem Plan stand, ließ Dr. Köster Bonn hinter sich, zog mit seiner Familie ins Sauerland und nahm die Herausforderung als Oberarzt gern an. „Ursprünglich waren nur zwei Jahre geplant und nun sind es schon mehr als 24“, erzählt Dr. Köster lächelnd und betont, dass er sich in Lüdenscheid immer wohl gefühlt hat. Einige seiner ersten Lüdenscheider Patienten sind mittlerweile selbst Eltern. In Lüdenscheid leistete er Pionierarbeit in der Intensiv-Neugeborenenmedizin, initiierte für den südlichen Märkischen Kreis den Baby-Notarztdienst, der heute über die Kreisgrenzen hinaus auch geburtshilfliche Abteilungen in Wipperfürth, Attendorn und Lennestadt mitbetreut. Er war ein Mann der ersten Stunde im Förderverein der Kinderklinik, der sich seit Gründung im Jahr 1997 für die Belange von kranken Kindern einsetzt. Dank zahlreicher Spenden konnte so ein Baby-Notarztwagen, viele medizinische Geräte und unter vielem anderen eine Spielelandschaft für die kleinen Patienten angeschafft werden.

Bundesweit werden immer weniger Babys geboren. „Im Vergleich zu 1990 hatten wir im Jahr 2009 ein Drittel weniger Geburten im Kreis“, so Dr. Köster. 716 Entbindungen waren es im vergangenen Jahr. Diese demografische Entwicklung hat sich auch im Lüdenscheider Klinikalltag niedergeschlagen: Extrem frühgeborene Kinder mit einem Leichtgewicht unter 1500 Gramm werden seit 2009 nur noch in Spezialkliniken versorgt. Hellersen ist dabei mit Dortmund vernetzt.

Rund um die Familie wird sich künftig alles auf der zweiten Etage der Kinderklinik drehen: Dort wird ab Juni die Betreuung und Behandlung von gesunden und kranken Neu- und Frühgeborenen sowie ihrer Mütter auf derselben Station möglich sein.

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