Königsberger Straße: Proteste gegen Raserei

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Aleksandra Dymitrow und ihre Nachbarn wollen die Raserei auf der Königsberger Straße unterbinden. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Die Königsberger Straße ist von Gewerbe- und Industriebauten geprägt – aber hier wohnen auch Menschen. Und für die ist der Verkehr auf der breiten Fahrbahn „viel zu schnell und zu gefährlich“, sagen Aleksandra Dymitrow und ihre Nachbarn. Unfälle passieren immer wieder. Doch Stadtverwaltung und Polizei sehen keinen akuten Handlungsbedarf.

Erst vergangene Woche Dienstag meldete die Polizei, dass eine Frau aus Bochum „aus noch ungeklärter Ursache“ in einer Linkskurve geradeaus gefahren ist und einen Mazda gerammt hat. Der Mazda stand vor Aleksandras Haus, direkt an der Mauer, hinter dem Gehweg – Totalschaden.

Im Winter, erinnert sich Anwohner Matthias Nördtling, ist ein Wagen vor der Mauer der Firma Metoba schräg gegenüber gelandet – „das war auch nicht zum ersten Mal“. Zweimal sei der Gartenzaun neben Metoba, vis-à-vis von Aleksandras Wohnung, von Rasern schon „zerstört“ worden, sagt sie. Aber die Erinnerung an den Unfall ihres Sohnes Jan, der Ende August 2009 auf dem Gehweg mit seinem Laufrad unterwegs war und von einem heranschlitternden Fahrzeug erfasst und an kopf und Rücken verletzt worden ist – diese Erinnerung lässt sie bis heute nicht los. „Der Kleine hätte tot sein können.“

Die Nachbarn sagen, dass Autofahrer die Königsberger Straße gerne als Abkürzung benutzen, um die Ampeln im Bräucken zu umfahren. Die Fahrbahn ist breit und hat kaum Markierungen. Matthias Nördtling: „Vor allem abends wird gerast, so zwischen 16.30 und 18 Uhr, und dann ab 20 Uhr, aber so richtig.“ Die Stadt war nach Jans Unfall dem Wunsch der Anwohnern nachgekommen und hat Tempomessungen vorgenommen. „Aber weniger als 30 Prozent haben das Tempolimit überschritten“, sagt Aleksandra Dymitrow.

Nach Auskunft der Polizei haben sich in den zurückliegenden sechs Monaten auf der Königsberger Straße drei Unfälle ereignet, „die aber alle nichts mit überhöhter Geschindigkeit als Unfallursache zu tun hatten“, wie Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski sagt. Auch die Stadt sieht keinen Unfallschwerpunkt. Pressesprecherin Giuseppina Giordano kündigte aber an, die Verwaltung werde die Situation erneut überprüfen und eventuell eine Tempomessung veranlassen.

Matthias Nördtling erinnert sich an die Unterschriftenaktion „Pro Tempo-30-Zone“ der Anlieger vor acht Jahren. „Aber die ist gescheitert“, sagt er. „Die Stadt wollte nicht.“

Olaf Moos

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