Ein „knochenharter Markt“

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Lixfeld-Geschäftsführer Martin Sturm (M.) erläutert Bürgermeister Dieter Dzewas und dessen Fachmann für Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Jörg Geßler, ehrgeizige Expansionspläne.

Lüdenscheid - Martin Sturm, Geschäftsführer der Spedition Lixfeld, sagt: „Es ist ein knochenharter Markt, auf dem vor allem die osteuropäische Konkurrenz der heimischen Transport- und Logistikbranche das Leben schwer macht.“ Wie das mittelständische Unternehmen auf die wachsenden Anforderungen reagiert und welche konkreten Zukunftspläne Sturm damit verbindet, davon überzeugte sich Bürgermeister Dieter Dzewas bei einem Besuch in der Spedition.

Von Olaf Moos

Um die 62 Arbeitsplätze zu sichern und seinem 1946 von Paul Lixfeld gegründeten Unternehmen eine Expansion zu ermöglichen, arbeitet Sturm an einem ehrgeizigen Projekt: Direkt neben dem Betriebsgelände an der Straße Hoher Hagen sollen zwei 4000 und 2000 Quadratmeter große Hallen mit ausreichenden Rangierflächen drumherum errichtet werden. Vier bis fünf Millionen Euro will der Spediteur investieren – und rund 15 000 Quadratmeter Wald dafür roden.

Im Planungs- und Umweltausschuss der Stadt hat der Lüdenscheider bereits für das Vorhaben geworben. Ein derartiger Eingriff in die Natur macht die Bepflanzung von Ausgleichsflächen zwingend notwendig. Diese Frage und die erforderliche Änderung des Bebauungsplans für das Industrie- und Gewerbegebiet Römerweg beschäftigen derzeit die Stadtplaner und Ökologen im Rathaus.

Dzewas, den Jörg Geßler von der Stabsstelle Wirtschaft/Arbeitsmarkt der Stadtverwaltung begleitete, bezeichnete Spediteure vor diesem Hintergrund als „Flächenfresser“. Sie seien aber auch unverzichtbare „Gewerbeförderer“, die Deutschland zum „Logistikweltmeister“ gemacht hätten. Dzewas: „Ich kann zusichern, dass die Stadtverwaltung das Projekt positiv im Sinne der Arbeitsplatzerhaltung der Spedition Lixfeld entwickeln und der Politik entsprechend zur Entscheidung vorlegen wird.“ Das letzte Wort aber haben die Fraktionen des Rates.

Die Flotte von derzeit 34 und bald 40 Lixfeld-Lastwagen benötigt Platz. Derzeit werden laut Martin Sturm täglich rund 300 Tonnen Fracht – vornehmlich Bleche, Profile oder Stahlstäbe – umgeschlagen und in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland bewegt.

Doch Transport allein ist nicht die Zukunft des Unternehmens. Mehr und mehr verschiebt sich nach den Worten des Geschäftsführers das Gefüge zugunsten der Logistik. Dahinter verbergen sich aktuell konkret Verhandlungen mit der Meinerzhagener Firma Otto Fuchs, die fertige Teile für die Auto- oder Flugzeugproduktion bis zum Abtransport bei Lixfeld zwischenlagern und dort auch der Qualitätssicherung unterziehen will. Für Lixfeld zusätzlich zehn Arbeitsplätze, Otto Fuchs würde etwa 40 Leute zum Hoher Hagen entsenden, heißt es. Vorausgesetzt, die Politik gibt grünes Licht für die Expansion.

Derzeit arbeitet Martin Sturm an einem weiteren Plan: die Gründung einer Niederlassung in Hannover mit acht Lastzügen und zehn Beschäftigten. So will Lixfeld weiterhin bestehen – auf einem knochenharten Markt.

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