IG Knapper Straße vor Wiederbelebung

Mitte der 80er Jahre wurde der Knapp umgestaltet, das brachte Aufwind für die Geschäfte. Damals war die IG Knapp aktiv.

LÜDENSCHEID ▪ Die Interessengemeinschaft Knapper Straße steht vor der Wiederbelebung. Treibende Kraft hinter der Initiative, den Fachhändlern auf „dem Knapp“ wieder eine Stimme und so die verdiente Aufmerksamkeit zu verschaffen, ist Augenoptikermeister Ralf Meier-Böke (48). Nach den Osterferien will er Nägel mit Köpfen machen.

„Es gibt einen breit gefächerten Branchenmix auf dem Knapp“, sagt der Fachhändler, der vor vier Jahren von der Bahnhofstraße ins Zentrum gezogen ist. Den gelte es, stärker als bisher, ins Bewusstsein der Kunden zu rücken. Die könnten vor den Geschäften parken, ihre Einkäufe direkt verstauen, auf breiten Bürgersteigen gut vorankommen. Vieles sei behindertengerecht, das Angebot umfangreich. Zwei Blumengeschäfte, eine Kunsthandlung, ein Reisebüro, ein Küchenfachmann, ein Kurzwarenhändler, ein Ökoladen, ein Reisebüro, drei Apotheken, Sanitätshäuser, ein Spirituosenhandel, Hörgeräte, Boutiquen und Gastronomie, Friseure, Lebensmittel, Drogeriemarkt und, und, und – wer am Knapp nicht fündig wird, braucht nichts. Das ist der Tenor der zum Teil alteingesessenen Händler, die Ralf Meier-Böke in den letzten Tagen aufgesucht und befragt hat. Sein Eindruck: Viele Händler seien aufgeschlossen und froh, dass jemand die Initiative ergreife. Nächste Woche, nach den Osterferien, will er den Nachbarn das fertige Konzept vorstellen. „Ich möchte einfach, dass wir alle uns hier präsentieren. Dann haben wir etwas, das die anderen nicht haben: Wir treten als Gemeinschaft auf.“

Lüdenscheid werde als Einkaufsstadt immer schlechter, verweist der Augenoptikermeister auf Leerstände und Handyläden in „der Innenstadt“. Selbst das Stern-Center habe ein Leerstandsproblem, da sehe es am Knapp, zumal zwischen AOK und Sparda-Bank-Kurve, wesentlich besser aus.

Er selbst hat vor nunmehr vier Jahren mit seiner Frau Birgit den Schritt gewagt, von der Bahnhofstraße fortzuziehen und an neuem Standort weiterzumachen. Selbst die Innung habe damals abgeraten von dem Schritt, erinnert sich Birgit Meier-Böke. Die habe empfohlen, aus Lüdenscheid wegzugehen. Doch das Ehepaar hat sich nicht beirren lassen und die 86 Jahre alte Tradition am Ort weiterleben lassen. Man habe Kunden mitgenommen und neue gefunden: „Wir konnten uns vorher gar nicht vorstellen, wie viele Leute jeden Tag durch die Knapper Straße laufen“, sagt sie. Und: „Ich bin froh, dass wir es so gemacht haben.“ Gemeinsam will das Paar jetzt den Standort wieder ins rechte Licht rücken, denkt an Pflanzbeetpatenschaften und Weihnachtsbeleuchtung, wünscht sich Aktionen und viele Mitstreiter. „Der Dornröschenschlaf ist ja auch gut. Es ist ruhig, keiner stört“, sagt Ralf Meier-Böke ironisch. Das will er ändern und Schneisen in die Dornenhecke schlagen – für frischen Wind, für neue Kunden.

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