Schulhof soll zum attraktiven Treffpunkt der Bürger avancieren / Kritik am aktuellen Bild

Knapp: Fördermittel für Frischzellenkur

Noch dominieren abgenutzte Spielgeräte und ein alter Asphalt-Belag das Bild auf dem Pausenhof. Doch das soll sich bald ändern.

LÜDENSCHEID -  Alte Bäume, historische Fassaden, verwitterte Mauern – die Szenerie rund um den Knapper Schulhof versprüht in gewisser Weise einen altertümlichen Charme. Alles wirkt wie ein Gegenpol zu den glatten Innenstadt-Welten der Moderne. Das soll sich nun ändern.

Als unangenehm muss der Betrachter das leicht nostalgische Ambiente aber nicht unbedingt empfinden. Schon gar nicht bei Tageslicht.

Trotzdem: Nach dem Willen der Stadtverwaltung soll sich das Umfeld der Knapper Knapper Schule künftig verändern. Es soll aufgewertet werden, so der gängige Sprachterminus im Rathaus. Finanziell möglich würde das in Zeiten knapper kommunaler Kassen vor allem auch durch Fördermittel, die im Zuge des Denkfabrik-Projekts nach Lüdenscheid fließen.

Bei der angepeilten Umgestaltung sollen indes gerade auch die Anwohner mitreden. Das wurde jetzt auch bei einer Bürger-Information im Ratssaal deutlich. Die war als eine Art kreative Ideen-Sammlung zum künftigen Aussehen des Geländes gedacht. Stadtplaner Lars Bursian in Richtung der rund 40 erschienenen Besucher: „Das ist Ihr Platz. Und öffentliche Räume sollen auch genutzt werden. Daher hoffen wir auf Ihre Vorschläge.“ Zur Erinnerung: Nach Schulschluss gilt der Knapper Pausenhof und sein Umfeld bei Kindern und Erwachsenen traditionell als beliebter Freiluft-Treff.

Doch kreative Ideen zur Platz-Aufwertung waren an diesem Abend eher Mangelware. Dafür hagelte es Kritik am aktuellen Treiben auf dem Areal. So beklagten sich Anwohner über Vandalismus und Vermüllung ebenso wie über zu schnelle Autofahrer und Streitereien unter Kindern und Jugendlichen. Fußbälle, so die Beschwerden, würden mitunter in „Fensterscheiben und in Gesichtern“ landen. Und nachts mutiere die Gegend zu einem „Drogenumschlagplatz“ und zu einem Treffpunkt „unheimlicher Gestalten“. Polizeieinsätze seien dort häufig notwendig. Eine Anwohnerin hält gar eine Videoüberwachung des Platzes für geboten. Hier aber blockte Hans-Jürgen Badziura, im Rathaus Fachdienstleiter für Umwelt und Freiraum gleich ab: „Das wird aus datenschutzrechtlichen Gründen kaum gehen.“

Einige Vorschläge zur Platz-Gestaltung gab es dann aber doch. So könnte eine bessere Beleuchtung für ein stärkeres Sicherheitsgefühl sorgen. Ein Fußball-Bereich für Kinder soll erhalten bleiben, so der Tenor, während der unzeitgemäße Asphalt-Belag verschwinden könnte.

Trotz solcher Anregungen hatten sich die Verwalter aus dem Rathaus die Diskussion wohl irgendwie konstruktiver vorgestellt: Hans-Jürgen Badziura aufklärend: „Wir wollen dort mehr Angebote für die Bürger schaffen. Es soll ein durchlebter Platz werden.“

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