Knapp 1900 Besucher bei Lüdenscheider SWTAL: Drei Tage Netzwerk-Arbeit

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Wenn man Energie investiert, kommt auch etwas dabei heraus: Der sechsjährige Jannik testet ein Wattstunden-Rad am SWTAL-Stand der Fachhochschule Südwestfalen.

Lüdenscheid - Nach drei Tagen ist die Südwestfälische Technologie-Ausstellung Lüdenscheid (SWTAL) auf dem Loh zu Ende gegangen. Messe-Organisator Peter Treu vom städtischen Fachdienst Wirtschaftsförderung zieht eine gemischte Bilanz.

„Unter den gegebenen Rahmenbedingungen ist es nicht ganz einfach, eine Industriemesse zu machen.“ SWTAL-Organisator Peter Treu vom Fachdienst Wirtschaftsförderung zog gestern mit gemischten Gefühlen Bilanz der dreitägigen Großveranstaltung auf dem Loh.

 Mit knapp 1900 Besuchern habe man in etwa die Zahl von 2016 erreicht. Zur Qualität der Kontakte lasse sich aus seiner Sicht wenig sagen, hier sei das Bild diffus, viele Aussagen seien konträr. Manche seien mit wenigen Kontakten sehr zufrieden gewesen, andere hätten gesagt, die Teilnahme habe ihnen nicht so viel gebracht. Doch langfristige Auswirkungen seien nicht unüblich, dazu gebe es dann aber keine Rückmeldung. 

Letztlich hänge ein Messeerfolg auch davon ab, wie viel Werbung die Firmen selbst machten. Die Stadt habe aus seiner Sicht ausreichend und mit großer Breitenwirkung getrommelt. 

Aber Peter Treu sparte auch nicht mit Kritik, wollte die gute Konjunktur nicht als Entschuldigung dafür gelten lassen, dass man sich keine Zeit für die Zukunft nehme, für Entwicklungen, die von der Automobilzulieferindustrie noch umwälzende Veränderungen erfordern würden. „Wir laufen Gefahr, dass wir es hier verschlafen“, sagte er mit Blick auf die heimische Wirtschaft. Gerade die klassischen Automobilzulieferer aus den Bereichen Metall und Kunststoff habe man anstoßen wollen, nicht immer mit der erhofften Resonanz: „Offensichtlich kochen noch viele im eigenen Saft und sehen nicht, was da kommt.“ 

Eine Ahnung von dem, was da kommt, gaben die renommierten Redner, die über die drei Tage in der Speakers’ Corner Fachvorträge vor allem zum Messe-Leitthema E-Mobilität hielten. Das Vortragsangebot wolle man auf jeden Fall beibehalten, sagte Treu, der sich auch hier mehr Aufmerksamkeit, mehr Zuhörer gewünscht hätte. Als ausbaufähig sieht er die Teilnahme von FH-Studenten. Nun sollen die Vorträge noch ins Netz gestellt werden.

 Dem Wunsch nach größerer Außenwirkung stand das Gefühl einer starken Innenwirkung gegenüber. Marcus Kretschmer, Kooperationsbeauftragter des Berufskollegs für Technik (BKT) nannte es den „Geist dieser Regionalmesse“, dass man im Kleinsten etwas bewegen und weitertragen könne – und sei es, eine für beide Seiten fruchtbare Verbindung zwischen einem begabten BKT-Praktikanten und einer renommierten Firma zu knüpfen.

 Eben diese Kombination aus professionell und familiär sieht auch Treu als den besonderen Geist der Messe. In zwei Jahren werde es wieder eine SWTAL geben, sagt er, und die Stadt werde Veranstalter bleiben, wenngleich man weitere Bereiche auf Dienstleister auslagern werde und müsse. Aber: „Wir sind weit und breit die einzige Stadt, die das in diesem Format macht. Das ist für uns auch Imagewerbung.“

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