Impfstopp am Mittwoch

Klinikum Lüdenscheid: Weniger infizierte Mitarbeiter, Impfaktion unterbrochen

Das Klinikum Lüdenscheid: Hier werden die meisten Covid-19-Patienten im Märkischen Kreis behandelt.
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Das Klinikum Lüdenscheid: Hier werden die meisten Covid-19-Patienten im Märkischen Kreis behandelt.

Nach mehreren Corona-Fällen in der Belegschaft der Märkischen Kliniken in der vergangenen Woche fallen am Mittwoch noch 84 Mitarbeiter aus, die sich in häuslicher Quarantäne befinden. Betroffen sind beide Standorte in Lüdenscheid und Werdohl. Die Impfaktion musste am Mittwoch ausgesetzt werden.

Wie die Märkischen Kliniken am Mittwoch mitteilten, werden aktuell 64 Patienten mit Sars-CoV-2-Nachweis im Klinikum Lüdenscheid behandelt, zwölf von ihnen befinden sich auf der Intensivstation. 84 Mitarbeiter an den Standorten in Lüdenscheid und Werdohl befinden sich in Quarantäne, 58 von ihnen sind mit dem Coronavirus infiziert. Am vergangenen Freitag waren noch 92 Beschäftigte ausgefallen, 60 von ihnen waren infiziert.

Personal befindet sich in Quarantäne: Zahlen gehen schrittweise zurück

„Die Lage bei unserem Klinik-Personal in häuslicher Quarantäne sowie erkrankten Mitarbeitern stabilisiert sich erfreulicherweise weiter und die Zahlen gehen schrittweise zurück“, heißt es am Mittwoch aus dem Krisenstab der Kliniken. Die eingeleiteten, strikten Maßnahmen zeigten „spürbar Wirkung“. „Entscheidend ist, dass wir jetzt nicht nachlassen, sondern diese gemeinsam und konsequent weiter umsetzen. Dabei ist und bleibt die Einhaltung der Basis-Hygiene in unser aller Fokus“, so der Krisenstab.

360 Mitarbeiter bereits gegen Covid-19 in den Märkischen Kliniken geimpft

Unterdessen musste die Impfaktion nach einem erfolgreichen Impfstart zu Beginn der Woche am Mittwoch unterbrochen werden. Am Klinikum Lüdenscheid sollten nach Konzernangaben zunächst 700 Mitarbeiter der Prioritätengruppe 1 mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer geimpft werden – darunter das Personal auf den Covid-19-Stationen.

Am Montag und Dienstag waren bereits 360 Beschäftigte versorgt, als am Mittwoch die überraschende Unterbrechung der Impfaktion bekannt wurde. „Die nächste Lieferung an Impfstoffen des Landes Nordrhein-Westfalen ist für in rund zehn Tagen – voraussichtlich zum 1. Februar – angekündigt. Damit können wir die Impfung unseres Klinikpersonals der Märkischen Kliniken Anfang Februar fortsetzen“, teilte Klinikumsprecher Dr. Norbert Jacobs am Mittwoch mit. 

Appell des Klinikum-Geschäftsführers, sich impfen zu lassen

„Intensivbetten allein retten keine Patienten – darum bauen die Märkischen Kliniken auf die Covid-19-Impfung“, betonte Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken. Mit Impfungen habe man „ein Instrument, mit dem bereits schwerste Krankheiten ausgerottet werden konnten, dessen Wirksamkeit tausendfach wissenschaftlich belegt ist und mit dem wahrscheinlich mehr Leben gerettet wurden als mit jeder anderen medizinischen Maßnahme.“

„Bislang wurde kein Impfstoff so schnell entwickelt und getestet wie die Covid-19-Impfung in diesem Jahr. Trotz Rekordtempo wurden keinerlei Sicherheitsabstriche gemacht. Das macht Hoffnung, dass es auch in Zukunft schneller gelingt, Impfstoffe zu entwickeln – und es nicht mehr Jahre dafür braucht“ sagt Kehe, der in seinem Appell auch auf die Argumente der Kritiker der Corona-Impfung einging.

Ein häufiges Missverständnis sei, dass die „mRNA-Impfstoffe“, wie sie für die Covid-19-Impfung zum Einsatz kommen, in das menschliche Erbgut eingebaut werden oder es gar verändern. „Die mRNA kann nicht in die Zellen eingebaut werden, das ist schlichtweg nicht möglich. Die mRNA gelangt lediglich in die Zelle und wird dort gelesen. Danach wird sie nach einigen Tagen wieder abgebaut“, erklärt der Klinikum-Geschäftsführer.

In der persönlichen Nutzen-Risiko-Abwägung spräche vieles für eine Impfung. Kehe: „Jede geimpfte Person trägt zur Eindämmung des Virus und damit zu einem schnelleren Ende der Pandemie und ihrer massiven Einschränkungen für uns alle bei. Wir haben jetzt die Chance diese Pandemie zu überwinden. Jeder Einzelne von uns hat nun die Möglichkeit mit seiner Entscheidung für eine Impfung nicht nur für sich selbst, sondern für uns alle die Situation zum Positiven zu wenden.“ Er dankte seinen Mitarbeitern, die sich so zahlreich zur Impfung angemeldet hatten.

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