"Übergangslösung" besteht schon seit zwei Jahren

Klinikum Lüdenscheid: Behelfs-Cafeteria bleibt bis mindestens 2021

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Tanja und Oliver Korte, die mittlerweile erfolgreich ein Café an der Bahnhofsallee betreiben, kurz vor der Schließung ihres Cafés im Klinikum.

Lüdenscheid - Patienten und Besucher des Klinikums Hellersen werden auch weiterhin auf eine kleine Behelfs-Cafeteria vor der sogenannten Komfortstation angewiesen sein.

Derweil stehen die großzügig geschnittenen Räume des Cafés Korte samt einladender Außenterrasse seit gut zwei Jahren leer und bieten ein Bild der Tristesse.

32 Jahre lang war das Café Korte mit seinem breiten Angebot an Konditorwaren, Speisen und Getränken beliebt und oft gut besucht. Doch die Geschäftsleitung der Märkischen Kliniken GmbH verlängerte den Ende des Jahres 2017 auslaufenden Vertrag mit Tanja und Oliver Korte nicht. Ihr erklärtes Ziel: Bereits im Jahr 2018 solle es eine gemeinsam genutzte Cafeteria für Patienten und Mitarbeiter geben. Die separate Personal-Cafeteria sollte geschlossen werden.

Deutlicher Widerstand aus der Belegschaft

Gegen diese Pläne rührte sich deutlicher Widerstand: Nicht wenige Angestellte des Krankenhauses befürchteten offenbar, künftig in ihren Pausen nicht mehr unter sich sein zu können. Ein wichtiger Rückzugsort gehe ihnen verloren. Dafür fanden sie in der Öffentlichkeit durchaus Verständnis.

Im Januar 2018 ging die Behelfs-Cafeteria für Besucher in Betrieb – mit Öffnungszeiten lediglich von 13 bis 17 Uhr und gerade einmal zehn Tischen und 31 Stühlen.

(Anmerkung der Redaktion: Wie diese Cafeteria aussieht, können wir an dieser Stelle nicht im Bild zeigen. Die Pressestelle der Märkischen Kliniken erteilte den LN auf Anfrage keine unmittelbare Fotografier-Erlaubnis)

Mitte 2018 ließ die Geschäftsleitung der Märkischen Kliniken dann erklären, das Umbau-Projekt werde erst in der zweiten Jahreshälfte 2018 realisiert, ebenso wie der geplante Neubau einer Cafeteria in der benachbarten Reha-Klinik.

Dann passiert erst einmal gar nichts mehr

Doch daraus wurde nicht nur 2018 nichts. Auch das komplette Jahr 2019 verlief ohne Umbauten – und ohne Erklärungen der Geschäftsleitung.

Erst auf Nachfrage der LN äußerte sich jetzt Klinikums-Pressesprecherin Corinna Schleifenbaum. Aufgrund „anderer, aufwendiger Baumaßnahmen“ habe die Geschäftsleitung „mit besonderem Fokus auf die Behandlungsqualität unserer Patienten das Projekt der gemeinsamen Speisenversorgung von Mitarbeitern und Patienten am Klinikum Lüdenscheid zunächst zurückgestellt“.

Das als „Interimslösung“ eingerichtete Café vor der Komfortstation werde im übrigen gut angenommen: „Wir erhalten überwiegend positive Rückmeldungen zu den Räumlichkeiten und dem Angebot des Besuchercafés – entweder direkt durch die Patienten/Besucher oder auch über die in dem Besuchercafé tätigen Mitarbeiter.“

"Zunächst kein Zeitdruck"

Also, führt Corinna Schleifenbaum aus, „besteht aus unserer Sicht zunächst kein Zeitdruck für die Zusammenlegung der Speisenversorgung. In diesem Jahr werden wir daher noch nicht damit beginnen. Wir werden die Maßnahme in die Wirtschaftsplanung für 2021 aufnehmen.“

Die Mitarbeiter des Klinikums haben also durchaus Grund zur Freude. Sie bleiben auf unabsehbare Zeit in ihren Pausen unter sich. Ihre Cafeteria ist zwar nicht mehr, wie früher, auch zum Abendessen geöffnet aber immerhin werktäglich von 7 bis 15 Uhr zur Ausgabe von Frühstück und Mittagessen. Am Freitag gab’s mittags zum Beispiel wahlweise gefüllte Hähnchenbrust, Backfisch oder einen „Asia-Feuertopf“.

Davon können Patienten und Gäste allerdings nur träumen. Auf sie wartet im Raum vor der Komfortstation ein – im Gegensatz zu Korte-Zeiten – extrem überschaubares Angebot an Torten, belegten Brötchen und Snacks.

Gediegener dagegen wird’s demnächst in der Cafeteria der ebenfalls zur Märkischen Kliniken GmbH gehörenden Werdohler Stadtklinik zugehen. Diese wird zurzeit renoviert. Laut einer Pressemitteilung sollen hier an acht bis neun Stunden täglich Patienten / Besucher und Mitarbeiter „ein reichhaltiges Frühstück und mittags warme Gerichte serviert“ bekommen.

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