Nachfolge unklar

Aderlass bei Hellersen-Chefärzten: Fünf Klinikdirektoren gehen - noch kein Nachfolger gefunden

Gerhard Heil Klinikum Lüdenscheid
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Prof. Dr. Gerhard Heil wird in Ruhestand gehen.

Jeder fünfte Chefarzt/Klinikdirektor des Klinikums Lüdenscheid wird das Haus in absehbarer Zeit verlassen oder ist sogar schon weg. Nachfolger sind noch nicht gefunden. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage.

Prof. Dr. Ronald Bottlender

Lüdenscheid - Prof. Dr. Ronald Bottlender, seit neun Jahren Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und seit zwei Jahren Professor, hat sich laut Klinikum-Pressesprecherin Kim Bruse entschieden, sein „berufliches Wirken an einem anderen Ort fortzusetzen“. Für ihn habe sich die Möglichkeit einer beruflichen Weiterentwicklung ergeben.

Priv.-Doz. Dr. Spiridon Botsios

Auch Priv.-Doz. Dr. Spiridon Botsios, seit etwa drei Jahren Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie, wird das Haus verlassen. Für seine Entscheidung seien „private, familiäre Gründe“ ausschlaggebend gewesen, schreibt Kim Bruse.

Beide Ärzte reagierten nicht auf schriftliche Anfragen zu ihren Beweggründen und ihrer beruflichen Zukunft.

Die Pressesprecherin schrieb: „Wir bedauern dies (die Abgänge, die Red.) sehr, respektieren aber selbstverständlich die Entscheidung unserer Chefärzte und können die Gründe im Einzelnen persönlich gut nachvollziehen.“

Auf Nachfrage bestätigte die Pressesprecherin zwei weitere Personalien.

Dr. Tamara Jacubeit.

Prof. Dr. Gerhard Heil, langjähriger Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, wird „im Laufe des Jahres“ ebenso in Ruhestand gehen wie Dr. Tamara Jacubeit, ebenfalls langjährige Direktorin der Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie.

Um einen nahtlosen Übergang zu gestalten, sei in allen vier Bereichen die Nachfolgesuche bereits „intensiv gestartet“ worden. Auch erste Gespräche hätten schon stattgefunden. Sobald die neuen Stelleninhaber feststehen, werde man sie der Öffentlichkeit vorstellen.

Schimrigk schon seit einem Jahr weg

Dr. Sebastian Schimrigk.

Bereits vor einem Jahr hat Dr. Sebastian Schimrigk, Direktor der Klinik für Neurologie, Hellersen verlassen und arbeitet seitdem im Gemeinschaftskrankenhaus Witten-Herdecke. Seitdem, so schreibt Kim Bruse, werde die Klinik „stabil durch Herrn Andreas Israel als deren kommissarischer Leiter geführt“. Israel sei ausgewiesener Experte mit langjährigen Erfahrungen in der Abklärung und Behandlung komplexer neurologischer Erkrankungen. Dabei liege ihm die Patientenversorgung besonders am Herzen.

Die Corona-Pandemie verzögere derzeit zahlreiche Projekte. Dies wirke sich bis in den Arbeitsmarkt aus. Aus diesem Grund dauere die Nachbesetzung der Chefarztposition in der Klinik für Neurologie länger als ursprünglich vorgesehen.

Gerne hätte man „Verzögerungen dieser Art vermieden“. Umso dankbarer sei man Andreas Israel und seinem Team, die eine Versorgung der Patienten zu jeder Zeit „in gewohnt hervorragender Weise“ sicherstellten.

Die Geschäftsleitung führe derzeit Gespräche mit „hochqualifizierten Bewerbern“.

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