Klinikum: Linke kritisieren Geschäftsleitung scharf

LÜDENSCHEID ▪ Die großen finanziellen Probleme der Märkischen Kliniken GmbH (HIER geht's zum Bericht vom Wochenende) kommen für die heimische Linkspartei nicht überraschend.

Landtagskandidat Michael Thomas-Lienkämper und Kreistagsabgeordneter Manfred Kunkel bemängeln in einer Stellungnahme beispielsweise die hohen Investitionen in die Komfortstation.

Die beiden Linken-Politiker erinnern an die Ausgliederungen „lukrativer Teile des Klinikums in den vergangenen Jahren. Hinzu kommen ihrer Ansicht nach die Kürzungen bei der Verweildauer von Patienten. Diese würden oft aus stationär Behandlung entlassen, auch wenn dies aus medizinischer Sicht zumindest fragwürdig sei. Beschwerden von Patienten über die Betreuung im Klinikum seien immer wieder zu hören und nähmen zu.

Bereits Mitte 2011 habe die Geschäftsführung des kommunalen Krankenhauses über einen Verlust im Vorjahr von 1,6 Millionen Euro geklagt. Die Patientenzahl sei weiter rückläufig. Der Kaufmännische Geschäftsführer Robert Schüwer stöhne, „als hätten die Leute die Klinik gemieden“. Dabei müsse gefragt werden dürfen: Ist den Ursachen der immens negativen Entwicklung tiefgreifend auf den Grund gegangen worden?

Das „Prestigeprojekt Komfortstation für First-Class-Patienten“, schreiben Thomas-Lienkämper und Kunkel, solle „nun alles retten“. Doch auf diese Idee einer Krankenhaus-Klassengesellschaft seien „um uns herum auch andere Häuser gekommen“. Der Konkurrenzkampf um die Aufnahme gut betuchten Privatpatienten sei voll entbrannt. Dazu stellen die Linken-Politiker zwei Fragen an die politisch verantwortlichen im Aufsichtsrat: „In welcher Höhe schlagen die Kostensteigerungen für den Bau der Komfortstation in der Negativbilanz von den ‘mindestens 4 Millionen, aber unter 10 Millionen Euro’ Miesen tatsächlich zu Buche? Wer soll den ernsthaft glauben, dass Einkommensstreichungen bei den leitenden Ärzten Motivation sein sollen, den Ärztemangel im Klinikum Lüdenscheid zu beheben, um so den hohen Kosten für Honorarärzte zu begegnen?“

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