Klinikum: Hoffmann kritisiert Informationsfluss

LÜDENSCHEID – „Die Mitarbeiter im Klinikum machen einen tollen Job.“ Das steht für Axel Hoffmann, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, außerhalb jeder Frage.

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Geht es aber auf die Ebene der Geschäftsführung und des Aufsichtsratsvorsitzenden Detlef Seidel (CDU), dann ist es vorbei mit dem Lob. Die Kundenzufriedenheit ersetze nämlich keine Generalbetrachtung, so Hoffmann. Dazu gehöre die wirtschaftliche Seite, aber auch der Umgang mit Beschäftigten. „Wenn ein Klinikdirektor wie Prof. Giebel wegen seiner Kritik an internen Abläufen von der Geschäftsführung abgemahnt wird, dann muss ein Aufsichtsratsvorsitzender, der mit der Klinikleitung in engem Kontakt steht, Kenntnis davon haben. Aber entweder hat er nichts gewusst, oder er hat nichts wissen wollen.“ Natürlich könne Seidel nicht in jeden Geschäftsverlauf involviert sein, aber über gravierende Vorgänge im Haus müsse der Vorsitzende eines Kontrollgremiums sehr wohl Bescheid wissen und darüber auch den Aufsichtsrat unterrichten, so der FDP-Fraktionschef. Das gute Klima im Hause sei auch daran erkennbar, dass sich Chef- und Oberärzte durch finanzielle Abschläge an der Ergebnisverbesserung beteiligen, so ist es den Gremien des Kreises förmlich mitgeteilt worden. „Ich hätte dann aber auch gerne gewusst, dass es so eine massive Kritik wie die von Prof. Giebel gibt.“

Durch die Bürgschaft des Märkischen Kreises als Eigentümer der Kliniken in Höhe von 20 Millionen Euro und durch die Aufnahme eines weiteren Gesellschafters (der Kreis-Tochter MKG) sei das Klinikum bei den Banken derzeit finanztechnisch eine „erste Adresse“.

Die monetären Aspekte hat die Unternehmensberatung Roland Berger in einem Gutachten zusammengefasst, das nach Angaben der Verfasser ausdrücklich kein Sanierungskonzept darstellt. Vielmehr geht es um die Darstellung von Ergebnisverbesserungen. Dazu zog Berger Zahlen anderer Häuser der Maximalversorgung heran.

Auf Basis des Jahresergebnisses von 2011 mit einem Defizit von 5,7 Millionen Euro kommen die Unternehmensberater zu dem Ergebnis, dass das Klinikum ohne Korrekturen im Jahr 2016 bei einem Minus von fast 17 Millionen Euro landen würde. Mit insgesamt 21 Optimierungsprozessen quer durchs Haus liste Berger eine Ergebnisverbesserung von fast 22,8 Millionen Euro auf. „Doch ob das realisierbar ist, lässt das Gutachten ausdrücklich offen und wir konnten und können das zur Zeit gar nicht beurteilen“, so Hoffmann.

„Deshalb hat die FDP-Fraktion auch bereits durchgesetzt, dass im März die Geschäftsleitung zum Stand der Umsetzung im Kreisausschuss berichten muss.“ Dann lägen auch Zahlen aus 2012 vor. - be

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