Klinikareal: FDP will Stadt heraushalten

Jens Holzrichter (FDP).

LÜDENSCHEID - Die FDP-Fraktion will heute im Planungsausschuss Nein sagen zum CDU-Antrag auf einen Architekten- und Investorenwettbewerb für das große Areal der früheren Kinderklinik an der Hohfuhrstraße.

Von Thomas Hagemann

„Warum sollte die Stadt den Wettbewerb für ein Gelände bezahlen, das ihr gar nicht gehört?“, fragt sich der Fraktionsvorsitzende Jens Holzrichter. Falls der Unionsantrag darüberhinaus so gemeint sein sollte, dass die Stadt sogar die Abrisskosten vorzustrecken hätte, wäre das endgültig absurd, erklärte der Liberale.

Wie berichtet, will die CDU erreichen, dass das Gelände für eine hochwertige Wohnbebauung genutzt wird, die solvente Fachkräfte nach Lüdenscheid lockt. Mit dem Ziel von Wohnbauten, die weniger dicht aneinanderstehen als auf den Ex-Geländen von Vossloh oder Busch-Jaeger kann sich Holzrichter anfreunden. „Das ist aber auch bei anderen schon lange Konsens.“ Die Union solle nicht „so tun, als sei die Wohngebiets-Idee für das Klinikareal auf ihrem Mist gewachsen“, ärgert sich der FDP-Chef.

Und: Der jetzt von der CDU vorgeschlagene Weg dorthin sei für die Liberalen nicht gangbar. So könne er zum vorgeschlagenen Wettbewerb nicht erkennen, „warum die Stadt ungefragt in die Vermarktung eines Geländes eingreifen sollte, das ihr nicht gehört. So lange Herr Seidel von der Klinik-GmbH keine Unterstützung bei der Vermarktung braucht, sollte man ihn doch in Ruhe arbeiten lassen“, schmunzelte Jens Holzrichter.

Die Union hatte die Forderung nach städtischen Aktivitäten im Antragsschreiben damit begründet, dass es sich um ein Areal von überragender städtebaulicher Bedeutung handelt. Hier aber sieht Holzrichter für die Stadt als Verfasserin eines Bebauungsplans ausreichende Eingriffs- und Gestaltungsmöglichkeiten. „Ein vorhabenbezogener B-Plan wäre aus unserer Sicht der richtige Weg.“

Und: Jeder Abriss sei entweder Sache des Eigentümers oder eines Investors, der die Kosten dafür dann vom Kaufpreis abzieht, erläuterte der Freidemokrat. Hier hatte die CDU allerdings kein Eintreten der Stadt verlangt, sondern lediglich erklärt, dass ein Abriss der großen Klinikgebäude frühzeitig erfolgen müsste: Die unklaren Kosten dafür seien schließlich das größte Hindernis für die Vermarktung.

Holzrichter jedenfalls hält fest, dass die Union weder zum Wettbewerb, der Geld kosten werde, noch zu den Abrisskosten irgendeinen Deckungsvorschlag gemacht habe. „Wir werden den CDU-Antrag auch deswegen ablehnen.“

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