Informationsbogen über den Patienten soll den Aufenthalt erleichtern

Klinik-Leitfaden hilft Senioren

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Auf großes Interesse stieß im Klinikum eine Informationsveranstaltung zur Verbesserung der Versorgung von Senioren – insbesondere bei demenziellen Veränderungen.

Lüdenscheid -  Die Menschen werden immer älter und sind damit vergleichsweise häufiger und auch länger im Krankenhaus als jüngere Personen. Mit dieser Entwicklung gewinnt das Thema Demenz deutlich an Gewicht. Erst recht an der Nahtstelle zwischen Pflegeeinrichtungen und dem Klinikum. Eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den Häusern gilt als wesentlicher Baustein, um Versorgung und Betreuung zu erleichtern.

In einer einjährigen Pilotphase sollen Vernetzung und Kommunikation systematisch verbessert werden – zum Vorteil des Patienten, der Klinik und der Senioreneinrichtungen. Das Netzwerk Demenz unter der Koordination und Moderation der Stabsstelle Demografie und Sozialplanung der Stadt führte im Klinikum eine Informationsveranstaltung durch, um die unterschiedlichen Träger zu sensibilisieren. Ein Hilfsmittel wird zukünftig ein Informationsbogen sein, in dem unter anderem die besonderen Bedürfnisse und Vorlieben der erkrankten Senioren festgehalten sind. Diese Angaben sind ein wichtiger Leitfaden fürs Klinikpersonal, um auf den Patienten individuell eingehen zu können – besonders bei dementiellen Veränderungen.

„Gibt es bestimmte Einschlafrituale, möchte der Betroffene mit seinem Vornamen angesprochen werden oder hält er lieber Distanz? Wenn viele persönliche Eigenheiten bekannt sind, kann das Klinikpersonal darauf reagieren. Das macht die Abläufe auf der Station deutlich leichter, dient dem Genesungsprozess des Patienten und führt zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung“, macht Anja Weber von der Stabsstelle die Zielrichtung deutlich. Komme es dagegen bei den alten Menschen zu Stress- und Angstsituationen, bedeute dies mehr Arbeit für das Personal, „wenn die Pflegekräfte ständig über die Station laufen müssen, um die Patienten zu beruhigen“.

In diese Pilotphase mit dem Klinikum sind das Amalie-Sieveking-Haus, das Dietrich-Bonhoeffer-Altenzentrum und das Seniorenzentrum Hellersen eingebunden.

Bürgermeister Dieter Dzewas lobte die Pilotphase als eine vorbildliche Initiative, um mehr Sicherheit in die Abläufe zu bekommen. „Dadurch wird deutlich mehr Sensibilität entwickelt.“ Dr. Günter Peters, Geschäftsführer des Klinikums, betonte die besondere Zuwendung, die Menschen mit Demenz benötigten. „Das stellt das Personal in allen Einrichtungen vor große Herausforderungen.“ Anja Webers Fazit: „Mit dem wachsenden Verständnis für den jeweils anderen gibt es nur Gewinner.“

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