Für den Klimaschutz: Gibt es bald Blockaden auf Lüdenscheids Straßen?

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Symbolfoto: "Fridays for Future"-Demonstranten in Lüdenscheid.

Lüdenscheid – Gibt es bald auch Blockaden auf Lüdenscheider Straßen und Plätzen?

Die Ratsfraktion von Bündnis90/Die Grünen hat am Montagabend darüber diskutiert, ob „ziviler Ungehorsam“ im Kampf für einen besseren Klimaschutz ein Mittel der Wahl ist. Vorbild ist die Aktivistengruppe „Extinction Rebellion“, die zu Wochenbeginn unter anderem den Kreisverkehr an der Siegessäule in Berlin lahmlegte. 

Das Ergebnis der „spannenden Diskussion“: Die Lüdenscheider Grünen wollen zunächst einmal ergründen, wie groß das Interesse in Lüdenscheid ist, gewaltfrei zu protestieren und auf der Straße „zivilen Ungehorsam“ zu zeigen. Dazu soll ein Treffen für Interessierte stattfinden. 

Das Treffen

„Ich bin gespannt, wer da zu uns stößt“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Otto Bodenheimer. Der Termin findet am Mittwoch, 16. Oktober, ab 19 Uhr im Büro der Grünen an der Herzogstraße 1 statt.

Bodenheimer erinnerte daran, dass das Bundesverfassungsgericht schon 2011 festgestellt habe, dass gewaltfreie Blockaden zur politischen Willensbildung beitragen und daher nicht strafbar sind. Innerhalb der Fraktion sei durchaus kontrovers diskutiert worden. 

Generation lebte "aus dem Vollen"

„Die älteren Semester bei uns waren ja schon bei den Protesten gegen den Nato-Doppelbeschluss 1983 dabei“, sagt der Grünen-Fraktionschef. Es habe sich herausgestellt, dass „je älter die Leute sind, desto eher haben sie die Bereitschaft, sich den Protesten von Extinction Rebellion anzuschließen.“ Seine Generation habe „aus dem Vollen gelebt“ und damit zum Klimawandel beigetragen. Nun gelte es, Wiedergutmachung zu leisten. 

Ein Grund: Er wolle seinen fünf – bald sechs – Enkeln in Zukunft mit einem besseren Gewissen unter die Augen treten können. Nach intensiver Debatte spricht sich die Grünen-Fraktion zudem dafür aus, bei der Neugestaltung der Wilhelmstraße auf Granit aus Übersee zu verzichten. 

Wenn man die Klimakosten für die Verschiffung miteinrechnete, müsste der Preisvorteil dieser Steine dahin sein, glaubt Otto Bodenheimer. Für die nächste Ratssitzung bereiten die Grünen eine entsprechende politische Initiative vor.

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