Leitungen sollen unter die Wilhelmstraße

Klimaschützer wollen Fernwärme für die Innenstadt

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Sind Feuer und Flamme für die Fernwärme: Wolfgang Utsch, Markus Stumpf und Matthias Wagner (von rechts) von der Energiewendegruppe.

Lüdenscheid – Aufgeben ist nicht ihre Sache. Trotz diverser – selbst eingeräumter Enttäuschungen – ringt die Energiewendegruppe für Lüdenscheid und den Märkischen Kreis weiter um einen Umstieg auf umweltfreundliche Energieformen.

Jüngster Vorstoß: Im Vorfeld der Kommunalwahlen hat die Gruppe um Sprecher Wolfgang Utsch sechs Lüdenscheider Parteien – SPD, CDU, FDP, Grüne, Linke und ÖDP – befragt. Die Politiker sollten sich dabei dazu äußern, wie sie zum einem möglichen Wärmenetz für die Bergstädter Innenstadt stehen. Ergebnis der Befragung: SPD, CDU, Linke und ÖDP haben auf die Initiative der Gruppe reagiert und sich grundsätzlich positiv zu einem solchen Wärmenetz positioniert. Das teilte Wolfgang Utsch im LN-Gespräch mit. Utsch sagt aber auch: „Vieles ist uns dabei einfach zu unkonkret.“ 

Zur Einordnung: Fernwärme gilt vielen angesichts der Herausforderungen des Klimawandels als effiziente und klimaschonende Technik. Das Prinzip dabei grob betrachtet: Bei der Fernwärme-Nutzung werden mehrere Wohnblocks oder auch ein ein ganzes Wohnquartier durch ein kleines Heizkraftwerk in der Nähe versorgt. Einzelne Heizungsbrenner in Kellern oder Wohnungen sind dann nicht mehr nötig. Durch den Einsatz der sogenannten Kraft-Wärme-Koppelung würde ein solches Kraftwerk günstigenfalls neben der Heizenergie auch den Strom für die angeschlossenen Haushalte liefern. 

Gelegenheit für Projekt sei günstig

Vorteil der Fernwärme aus Sicht ihrer Befürworter: Es könnte bei verringerter Emissionsbelastung Technologie zum Einsatz kommen, die für Einzelgebäude nicht praktikabel sei. Ein Möglichkeit in diesem Kontext: die Nutzung von Holz als nachwachsendem Rohstoff. Ein Beispiel für die Fernwärme-Nutzung in Lüdenscheid ist das Blockheizkraftwerk am Wehberg. 

Ein ähnliches Projekt verbrauchernaher Ernergieerzeugung wünschen sich Utsch und seine Mitstreiter auch für Innenstadt und Altstadt. Und die Gelegenheit sei günstig. Weil nämlich im Zuge der von der Stadt anvisierten Sanierung die Wilhelmstraße demnächst ohnehin aufgerissen werde, könne man dann dort auch gleich die für die Fernwärme nötigen Leitungen verlegen. Wendegruppen-Akteur Matthias Wagner: „Wenn wir diese Chance verpassen, wird es für das Fernwärme-Projekt auf Jahre schwierig.“

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