„Kleinkinderbereich ist völlig heruntergekommen“

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Beide Planschbecken für Kinder waren mit einem Wasserfall verbunden – längst außer Betrieb. LN-Leser Andreas Nölle: „Das Überlaufbecken ist zu einem trockengefallenen Mülleimer verkommen.“ J Fotos: Andreas Nölle

Zum Zustand des Außenbereichs im Nattenberg-Familienbad erreichte uns folgender Leserbrief von Andreas Nölle:

Pfingsten 2014: Im Freibad am Nattenberg herrscht Hochbetrieb, und das Familienbad bietet mit seinen Becken und Einrichtungen Spaß und Freude für alle großen und kleinen Besucher. Wirklich für alle?

Auch in diesem Jahr wieder: Leider nein. Denn inzwischen ist ausgerechnet der Kleinkinderbereich im hinteren Teil des Bades völlig marode und heruntergekommen. Dort ist ganz offensichtlich seit Jahren nichts mehr repariert geschweige denn renoviert worden, sodass eine einstmals abwechselungsreiche Spiel- und Planschlandschaft für die Kleinsten alle interessanten Spielmöglichkeiten verloren hat.

Beispiele gefällig?

Bitte sehr:

Früher waren beide Becken durch einen Wasserfall miteinander verbunden, unter dem die Kinder spielen konnten oder sich auch dahinter verstecken, eine tolle Attraktion – seit langem kaputt, nie repariert worden und das Überlaufbecken zu einem trockengefallenen Mülleimer verkommen.

Der Sprudelfelsen: Keine einzige Düse mehr in Betrieb.

Früher funktionierten auch die Wasserauslässe des lustigen Sprudelfelsens noch, auf dem die Kleinen nach Herzenslust herumkrabbeln und auf so auf diesem Brunnen spielen konnten – heute ist keine einzige Düse mehr in Betrieb, der Felsen trockengefallen, offenbar ebenfalls nie wieder instand gesetzt.

Noch ein Beispiel?

Es gibt eine drehbare Wasserspritze oder -kanone, (ich meine mich aber auch an eine zweite erinnern zu können), die, von kleinen Piraten bedienbar, Wasserstrahlen in die Becken oder auch auf kleine „Angreifer“ verspritzen konnten. Das war eine echte Sensation – heute steht nur noch eine dieser Spritzen traurig und funktionslos trocken herum. Defekt, aber nie repariert.

Aber auch der Gesamteindruck der Anlage ist nicht besser: Risse im Beton, abplatzende Farbe, eine kaputte Bank und ein Sicherungsgitter, das nicht mehr auf dem Wasserauslass in der Dusche liegt, über deren Bewuchs man inzwischen auch geteilter Meinung sein kann – all dies macht den Eindruck systematischer, jahrelanger Verwahrlosung.

Dusche: Das Sicherungsgitter sichert nichts mehr.

Aufmerksame LN-Leserinnen und -Leser werden sich nun erinnern: Das hatten wir doch alles schon mal?

Richtig. Bereits Anfang August letzen Jahres gingen diese Schäden und Defekte im Bereich der Babybecken nach einem Leserbrief von Frau Ramona Jäschke durch die Presse, aber außer, dass einige lose Waschbetonplatten repariert wurden, ist seitdem nichts geschehen.

Warum haben die Stadtwerke die Schließungszeit des Freibades nicht genutzt, die allseits bekannten und bemängelten Schäden zu reparieren und die defekten Spielgeräte wieder in Betrieb zu setzen? Zeit genug wäre seit letztem Sommer fraglos gewesen.

Wir freuen uns über jeden Leserbrief, müssen uns allerdings Kürzungen vorbehalten. Außerdem weisen wir darauf hin, dass Leserbriefe ausschließlich die Meinung der Einsender wiedergeben. Bitte versehen Sie Ihre Leserbriefe mit Ihrer Adresse und Ihrer Telefonnummer. Abgedruckt wird die komplette Anschrift aber nicht. Sie erreichen uns per Mail an ln@mzv.net.

Glaubt man, die Lüdenscheider seien so vergesslich, oder wird hier absichtlich ein Renovierungsstau produziert, damit man eines Tages sagen kann: Schade, schade, nun sind die Becken so kaputt, dass wir uns eine Reparatur nicht mehr leisten können und der gesamte Bereich geschlossen werden muss?

Nein, so vergesslich sind wir nicht, liebe Stadtwerke, und dass wir diese Geschichte in Lüdenscheid beim Wellenbad schon einmal erlebt haben, ist ebenfalls nicht vergessen. Wenn Lüdenscheid wirklich eine familienfreundliche Stadt sein will, dann gehört auch ein Familienbad dazu, das seinen Namen verdient. Da sich die Stadtwerke davon aber offensichtlich nichts annehmen, ist spätestens jetzt ein Machtwort der Politik gefragt.

 

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