Nach Vorfall in Lüdenscheid

Kleingeld, bitte! Darum nehmen MVG-Busfahrer keine 50-Euro-Scheine mehr an

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Große Scheine werden im Bus nicht mehr angenommen. 

Seit Monaten wird die Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) immer wieder kritisiert, weil im Bus nur Scheine bis maximal 20-Euro gewechselt werden. Banknoten mit höherem Wert werden nicht angenommen. Der Grund ist ein Vorfall, über den wir in dieser Woche auf come-on.de berichteten und der schon einige Zeit zurückliegt. 

Leser: Busfahrer hätte 50-Euro-Schein nicht annehmen dürfen

Auf Anordnung des Amtsgerichts veröffentlichte die Polizei am Mittwoch Fahndungsbilder eines jungen Mannes, der im Verdacht steht, Falschgeld in Umlauf gebracht zu haben.Er soll sein Ticket in einem Bus der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) mit einem gefälschten 50-Euro-Schein bezahlt haben. In den sozialen Netzwerken gaben mehrere Leser den Hinweis, dass die Busfahrer doch eigentlich gar keine 50-Euro-Scheine annehmen dürfen.  

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Was sie übersehen: Der Betrug mit dem Falschgeld datiert vom 28. Mai 2018. Damals wurde die Regelung noch deutlich kulanter gehandhabt. Mit dem Falschgeld-Fall allerdings war Schluss mit lustig. Ab dem Moment durften Busfahrer wirklich keine großen Scheine mehr annehmen und wechseln. 

Maßnahmen zum Schutz vor Falschgeld

Wie MVG-Sprecher Jochen Sulies auf Anfrage erklärte, war diese Anordnung an die Busfahrer eine unmittelbare Folge des Falls, der im jetzt veröffentlichten Fahndungsaufruf mündete. „Die Busfahrer können die Scheine im Bus nicht so umfassend auf Echtheit prüfen wie zum Beispiel im Service-Center“, erklärte Jochen Sulies die Maßnahme zum Schutz vor Falschgeld.

Falschgeld-Verdacht: Fahndung nach jungem Mann

Schon bis zu diesem Zeitpunkt war die Annahme von 50-Euro-Scheinen laut Beförderungsbedingungen eigentlich ausgeschlossen. Es sei jedoch geduldet worden, wenn Fahrer aus Kulanzgründen auch diese Banknoten gewechselt hätten. 

MVG-Busse werden videoüberwacht

Was durch den Fahndungsaufruf auch noch einmal in Erinnerung gerufen wurde, ist die Videoüberwachung in den Bussen der MVG.  Bereits seit 2009 setzt die MVG Kameras in ihren Bussen ein. Ende 2018 waren 108 von 136 Fahrzeugen mit Kameras ausgerüstet. 

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Nach MVG-Angaben dient die Überwachung neben der Sicherheit von Fahrgästen und Fahrern dem Schutz vor Graffiti und zur Beweisführung bei Versicherungsfällen und bei Straftaten.Übergriffe auf Busfahrer könnten so zwar nicht verhindert, aber doch aufgeklärt werden, sagt der MVG-Sprecher. Generell stelle die MVG fest, dass die Hemmschwelle gesunken sei, aggressiv gegenüber dem Busfahrer und anderen Fahrgästen aufzutreten. Respekt Fehlanzeige. Da helfe auch keine Videoüberwachung.

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