Kleingärtner: Jetzt Großputz im Blumenbeet

Brigitta Schellhammer (l.) und Sigrid Scharbatke: Die beiden Fachberaterinnen für Gartenpflege säubern die Beete und beschneiden Stauden und Pflanzen. „Dafür ist es jetzt Zeit. Vor dem Pflanzen und Säen muss aufgeräumt werden.“

LÜDENSCHEID ▪ Auch wenn die Temperaturen nachts noch in den unteren einstelligen Bereich sinken – Lüdenscheids Gartenfreunde zieht es ins Freie. „Im Winter war ich froh, ein bisschen Ruhe zu haben und nicht raus zu müssen. Aber seit Februar juckt es mir in den Fingern“, sagt Sigrid Scharbatke und greift beherzt zur Gartenschere, um das Steingartenbeet von überflüssigen Ranken zu befreien. Die Fachberaterin des Kleingartenvereins Schafsbrücke am Langenohler Weg ist an diesem Samstagmorgen zum Arbeitseinsatz angerückt – genau wie viele andere Vereinsmitglieder, die damit beschäftigt sind, Laub zu rechen, Stauden zu beschneiden und Erde zu lockern.

Brigitta Schellhammer, ebenfalls Fachberaterin für Gartenpflege, erklärt, welche Arbeiten auch die Gärtner daheim in diesen Tagen dringend erledigen sollten: „Wir nennen es Frühjahrsputz. Bevor gepflanzt und gesät werden kann, muss der Gärtner die Spuren des Winters beseitigen. Das Laub muss weg. Wenn es liegenbleibt, tut das dem Boden und den Pflanzen nicht gut.“ Auch Bäume, Sträucher und Stauden sollten nun heruntergeschnitten werden, geben die Fachberaterin sachkundig Auskunft: „Nur mit dem Rosenschnitt sollte noch bis nach den Eisheiligen gewartet werden.“

Geduld ist oberste Gärtnerspflicht. „Eine Staude, die vertrocknet und kümmerlich aussieht, kann noch aufgepäppelt werden. Und für das Aussäen oder Einpflanzen von Blumen ist es jetzt, Mitte April, noch ein bisschen zu früh“, mahnen Sigrid Scharbatke und Brigitta Schellhammer. Auch wenn in Nachbars Garten bereits die Dahlien eingepflanzt sind, heißt es Ruhe zu bewahren: „Man muss sich nicht grämen. Die Pflanzen holen die Zeit schon noch auf. Und man muss sich dann ja auch nicht ärgern, wenn einem die teuren Blumen bei Nachtfrost erfrieren.“ Kartoffeln, dicke Bohnen, Zwiebeln und Stielmus haben aber auch die beiden Fachberaterinnen schon in die Beete gebracht: „Die halten den noch kalten Boden prima aus.“

In einem der 61 Gärten des Vereins ist auch Günter Palla mit dem Frühjahrsputz beschäftigt. Der passionierte Naturliebhaber hat noch einen heißen Tipp: „Ich sammle Brennnesseln, stopfe sie in einen Eimer und gieße zehn Liter Wasser dazu. Nach 24 Stunden kommen die Nesseln aus dem Eimer. Dann verdünne ich den Sud im Verhältnis 1:5 mit Wasser und spritze die Rosen. Die Läuse sind weg – ganz ohne Chemie.“

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