Alter Kipp-Wagen erinnert seit kurzem an der Klamer Brücke an das Schicksal der Zwangsarbeiter

Kleiner Festakt am Mahnmal: Lore ist am Ziel

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Sie ist angekommen: Eine alte Lore erinnert seit kurzem an der Klamer Brücke an das Leiden der Zwangsarbeiter im einstigen Lager Hunswinkel. Offiziell eingeweiht wird das erneuerte Denkmal mit einem kleinen Festakt am Mittwoch.

LÜDENSCHEID - Die Tat hatte Verärgerung und Ratlosigkeit ausgelöst: Vor rund drei Jahren haben vermutlich Metalldiebe das Mahnmal an der Klamer Brüche abgesägt und gestohlen. In der Folge des Vorfalls arbeiteten die Stadt, der Gedenkzellen-Verein und die Lüdenscheider Friedensgruppe an einer Ersatzlösung. Die ist nun realisiert. Seit kurzem steht eine historische Lore als Denkmal auf dem Wanderparkplatz an der Versetalsperre, platziert auf zwei Schienensträngen.

Mit einem kleinen öffentlichen Festakt will die Stadt das erneuerte Mahnmal am kommenden Mittwoch um 16 Uhr offiziell einweihen (wir berichteten). Kurze Ansprachen sind geplant, Bläser der städtischen Musikschule spielen auf. Die Feier ist auf circa eine Dreiviertelstunde angesetzt.

Rückblende: Bis zum Herbst 2014 erinnerte an der Klamer Brücke ein Kunstwerk des Lüdenscheider Künstlers Heinz Richter an das Schicksal jener Zwangsarbeiter, die während der Nazi-Diktatur im Arbeitslager Hunswinkel schuften mussten. Viele kamen damals um, andere blieben für ihr Leben gezeichnet.

Nach dem Diebstahl der Bronze-Tafel ließ die Stadtverwaltung als Ersatz eine beschriftete Plexiglasscheibe montieren. Die aber war von Anfang an als Provisorium gedacht. In längeren Gesprächen zwischen Stadt, Gedenkzellen-Verein und Friedensgruppe einigte man sich schließlich auf eine Lore als dauerhaften Ersatz. Warum eine Lore? Weil solche Schienenfahrzeuge einst auch im Arbeitslager Hunswinkel im Einsatz waren.

Die Beschaffung eines geeigneten Kipp-Wagens übernahm Dieter Hohaus vom Gedenkzellen-Verein. Keine leichte Aufgabe. Solche Loren sind mittlerweile schwer zu bekommen. Aufgrund seiner guten Kontakte als leidenschaftlicher Eisenbahnfan gelang es Hohaus aber, ein geeignetes Exemplar in Norddeutschland ausfindig zu machen – eine mehr als 50 Jahre alte und 300 Kilo schwere Kipp-Lore, die einst im Deichbau und in einem Torfwerk fuhr.

Vor rund einem Jahr holte Hohaus die Lore per Kleinbus aus dem Norden. Der Stadtreinigungs- und Transportbetrieb Lüdenscheid (STL) erledigte später die Sandstrahlung und Aufarbeitung des Wagens. An ihrem neuen Standort an der Klamer Brücke präsentiert sich die Lore mit Steinen gefüllt, die fest miteinander verklebt sind.

Für Metalldiebe dürfte ein erneuter Diebstahl des Denkmals dabei wohl nicht sehr lohnend sein – die Lore besteht aus altem Eisen und soll daher kaum materiellen Wert haben. - Sebastian Schmidt

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