Heinrich-Schütz-Kantorei brilliert in der Erlöserkirche

Organistin Margarita Schablowskaja, Kantorin der evangelischen Kirchengemeinde Groß-Grönau, setzte Akzente.

LÜDENSCHEID - Eine brillante Solistin an der Orgel und eine auf erstaunlich hohem Niveau agierende Heinrich-Schütz-Kantorei haben das jüngste Chor- und Orgelkonzert in der Erlöserkirche bestritten. Organistin Margarita Schablowskaja, Kantorin der evangelischen Kirchengemeinde Groß-Grönau, stieg großartig ein ins Konzert.

Von Ulf Schwager

Mit Marcel Duprés „Prélude et fugue en si-majeur, opus 7 Nr. 1“ packte sie aus dem berühmten Frühwerk des Komponisten, den „Trois Préludes et Fugues op.7“ wahrlich kein Leichtgewicht an. Nach der Uraufführung galt die Trilogie aufgrund extremer technischer Anforderungen einige Jahre als nicht verlegbar. Verblüffend, mit welcher Leichtigkeit Schablowskaja die fulminante Toccata im Carillonstil hinlegte. Bestechend zeigte sie sich in der zur Fuge überleitenden Coda bei den Pedalsoli.

Einen schönen Kontrast setzte die Solistin mit der „Suite bretonne opus 21“ von Dupré. Seinen hohen Reiz erfährt dieses Stück Programmmusik durch die Aufnahme von Motiven aus der Volksmusik. Hier glänzte Schablowskaja mit liebevoller Aufnahme des tänzerischen Charakters und impressionistisch anmutender Klangfarbe.

Chor und Organistin widmeten sich gemeinsam Gabriel Faurés „Cantique de Jean Racine opus 11“. Unter dem Eindruck des Textes von Jean Racine stehend, hat Fauré diese Übertragung der mittelalterlichen Hymne zum Abendgebet am Dienstag geschaffen. Nach der melodiösen Einleitung durch die Orgel setzt Stimme für Stimme der Chor ein. Wie das die Heinrich-Schütz-Kantorei unter Dmitri Grigoriev bewältigte, das hatte schon qualitative Züge gediegener Madrigalistik. Nachdem diese erste Klippe überwunden war, entfalteten Chor und Organistin die feierliche Stimmung dieses Werks, dem laut Fauré auch Zauber und der Hauch des Geheimnisvollen beigemessen ist.

Die „Messe Solennelle“ opus 16 von Louis Vierne folgte auf vier fein interpretierte Stücke für Orgel solo aus dessen „Pièces de fantaisie.“ Von der Schwierigkeit her meist als „leicht bis mittel“ bezeichnet, verlangt Viernes Komposition eine Menge Verständnis für Gregorianik, hohe Konzentration auf Intonation und Klangstabilität in den einzelnen Stimmen. Genau damit verblüffte die Heinrich-Schütz-Kantorei, bestritt zudem im Agnus Dei den von der Balance her schwierigen Dialog mit der Orgel. Verdienten Applaus gab’s für alle Akteure.

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