Klagen an der Karolinenstraße

Ausbau der Karolinenstraße sorgt für Unruhe

Lüdenscheid - Kleine Straße, großer Diskussionsbedarf: Der angepeilte Ausbau der Karolinenstraße sorgt bei den Anwohnern für Unruhe und Skepsis. Das zeigte sich jetzt bei einer Anlieger-Information im Ratssaal. Das Team um Dieter Rotter vom städtischen Bauservice sowie Bauingenieure vom beauftragten Büro „Bramey.Bünermann“ in Dortmund versuchten, das Nachhaken der Anwohner zu parieren.

Zu den Plänen: Mit ihren abgesackten Bordsteinen und der vielfach geflickten Asphaltdecke macht die Karolinenstraße nicht eben den besten Eindruck. Aus Sicht der Verwaltung gilt der bauliche Zustand der rund 150 Meter langen Verbindungsstraße zwischen Bahnhof- und Mathildenstraße als „mangelhaft.“ Auch daher das jetzige Sanierungsvorhaben.

Allerdings zählt das Projekt nicht zu dem bei der Bevölkerung unpopulären Straßenendausbau-Programm. Als endausgebaut gilt die Karolinenstraße laut Rotter „schon seit 100 Jahren.“ Diesmal handele es sich, so Rotter weiter, um eine „nochmalige Herstellung der Straße.“ Rechtlich ist das zwar ein Unterschied, zahlen müssen die Anwohner aber trotzdem.

Konkret anvisiert für die Karolinenstraße ist künftig eine Fahrbahnbreite von 4,50 Metern nebst neuen Randeinfassungen und frischer Asphaltdecke. Etwa in der Mitte des Verkehrsweges soll es eine Engstelle von 3,50 Metern geben – auch aus Gründen der Geschwindigkeitsreduzierung. Entstehen sollen außerdem durchgängige Gehwege und markierte Parkstreifen. Die Maßnahme an der Karolinenstraße ist dabei auch vor dem Hintergrund der nahen „Denkfabrik“ zu sehen, deren Umfeld künftig bekanntlich aufgewertet werden soll.

Die Anwohner indes blicken den Absichten eher sorgenvoll entgegen. Sie fürchten Probleme bei der Entwässerung, ein hohes Verkehrsaufkommen und Chaos beim Rangieren der nicht ganz wenigen Lastwagen im Bereich des Entwicklungs- und Gründercentrums (EGC). Einige Bewohner fordern dazu, die Karolinenstraße komplett in eine Einbahnstraße umzuwandeln. Die Bedenken der Bürger wollen die Verwalter und Ingenieure jetzt noch einmal genau prüfen. Ergebnis offen.

Nicht zu rütteln dürfte dagegen an der Kostenbeteiligung der Anwohner sein. Nach aktuellem Stand werden von den Gesamtbaukosten in Höhe von 240 000 Euro circa 168 000 Euro auf die Nachbarschaft umgelegt. Gut für die Anwohner jedoch: Das Gros dieses Geldes muss die Stadt als Besitzerin des EGC-Grundstücks selbst zahlen. Die Frage eines Bürgers dennoch: „Warum beschränkt man sich nicht auf eine schlichtere und günstigere Sanierung?“

So richtig wurde diese Frage an diesem Abend nicht mehr beantwortet. Baubeginn an der Karolinenstraße könnte nach Einschätzung von Holger Busch vom städtischen Baubetrieb im Sommer sein. - dt

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