Notgruppen in sieben Einrichtungen

Zwei Kitas wegen Streik geschlossen

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Knapp 60 Erzieherinnen und Erzieher gingen gestern in den Ausstand. Das Bild zeigt streikendes Personal vor der Kita Gevelndorf.

Lüdenscheid - Der Streik im Sozial- und Erziehungsdienst ist auch in Lüdenscheid deutlich spürbar. So blieben beim Protest-Auftakt am Montag mit der Kita im „Haus der Jugend“ und der Kita Lenneteich zwei Einrichtungen komplett geschlossen. In den übrigen sieben städtischen Kitas gab es Notdienstgruppen.

Insgesamt streikten am Montag knapp 60 Lüdenscheider organisierte Erzieherinnen und Erzieher, so Ulrich Padberg, Geschäftsführer von Verdi Südwestfalen. Dass die Kita im „Haus der Jugend“ geschlossen bleiben würde, war dabei schon letzte Woche absehbar. Am Montag früh stellte sich dann kurzfristig heraus, dass wegen personeller Engpässe auch in der Kita Lenneteich kein Betrieb möglich war. Das teilte Ursula Speckenbach, Kita-Fachdienstleiterin im Rathaus, auf Anfrage mit. Wie im Falle der Kita im „Haus der Jugend“ konnten die Eltern ihre Kinder aber in andere Einrichtungn bringen. Ab Dienstag sollen beide Häuser dann im Notbetrieb arbeiten – wie die anderen kommunalen Kitas auch.

Versammlung im Streiklokal. Verdi-Vertreter Josef Filippek sprach von einer „solidarischen Stimmung, auch unter den Nichtorganisierten“.

Das streikende Personal hatte sich am Montag zunächst mit Plakaten vor den jeweiligen Kindertagesstätten versammelt. Danach ging es dann ins Streiklokal „Schillers“. Der Verdi-Aufruf zum Streik richtete sich sowohl an gewerkschaftlich organisiertes Personal wie auch an Unorganisierte. Beide Gruppen sind streikberechtigt, die Unorganisierten bekommen allerdings kein Streikgeld.

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Zum Hintergrund: Verdi peilt in der aktuellen Auseinandersetzung mit den kommunalen Arbeitgebern eine „Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst“ an. Dabei will die Dienstleistungsgewerkschaft eine höhere Eingruppierung dieser Berufsgruppe erreichen. Im Schnitt würde das wohl eine Steigerung der Besoldung um zehn Prozent bedeuten. Nachdem Verhandlungen zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgebern sowie mehrere Warnstreiks zu keiner Einigung geführt hatten, kam es zur Urabstimmung. 93 Prozent der Beschäftigten stimmten dabei für den Streik.

Seit Montag läuft nun bundesweit ein zweiwöchiger Erzwingungsstreik. Während der gesamten Streikdauer ist auch in Lüdenscheid mit Einschränkungen im Kita-Betrieb zu rechnen. Am Mittwoch treten außerdem Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen von Stadt und Kreis für einen Tag in den Ausstand – es geht zur Demo nach Hagen.

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