Halvers Kämmerer erinnert an Versprechen

Aus für Kitas: Von Beschluss überrascht

Die Kita St. Hedwig gehört zu den zehn Einrichtungen, deren Betrieb der Kita-Zweckverband in den nächsten Jahren auslaufen lassen wird.

Lüdenscheid/Oberbrügge -  Die geplanten Schließungen der katholischen Kindertagesstätten St. Hedwig und St. Georg in Oberbrügge sorgen weiterhin für Gesprächsstoff: Nach Informationen unserer Zeitung haben viele Betroffene von dem Beschluss des Kita-Zweckverbandes im Bistum Essen, den Betrieb der Kitas in einigen Jahren auslaufen zu lassen, aus der Zeitung erfahren und seien von der letztlich schnellen Entscheidung überrascht worden.

Wie Carsten Ossig, Referent für inhaltliches Controlling beim Bistum Essen, auf Anfrage erklärte, seien zunächst die Leitungen der Kitas über den Beschluss informiert worden, anschließend sollten die Eltern benachrichtigt werden. Claus Optenhöfel, Pfarrer in der Gemeinde Christus-König in Halver, wurde von der Entscheidung überrascht. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir Gespräche führen, bevor der Zweckverband so eine Entscheidung trifft. Wir wussten zwar, dass die Kita nicht voll ausgelastet ist, aber dass künftig keine Kinder mehr aufgenommen werden sollen, war uns nicht klar.“ Er fordert nun Gespräche mit Vertretern der Stadt Halver und dem Zweckverband.

„Seit Kibiz müssen die Kirchen als sogenannte reiche Träger nicht mehr 20, sondern nur noch 12 Prozent Eigenanteil leisten. Damals wurde den Kirchen sehr sehr weit entgegengekommen. Unter dieser Maßgabe haben die Kirchen eingewilligt, Kitas dauerhaft mitfinanzieren zu wollen. An dieses Versprechen möchte ich erinnern“, sagt Markus Tempelmann, Kämmerer der Stadt Halver.

Die Argumentation des Kita-Zweckverbands sieht er als Versuch, Kosten zu verlagern. Und zwar zum Nachteil des Landes: „69 Prozent aller Unterhaltskosten bei kirchlichen Kitas entfallen bereits auf das Land beziehungsweise den kommunalen Träger im Märkischen Kreis.“

Im Hinblick darauf, welche Folgen die Schließung der Kita für die Stadt Lüdenscheid bedeute, erklärte Ursula Speckenbach, Fachdienstleiterin für den Bereich Kindertageseinrichtungen im Lüdenscheider Jugendamt, gestern: „Wir warten auf ein offizielles Statement von Seiten des Trägers, erst dann können wir die weiteren Schritte angehen.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare