Kita-Essen für arme Kinder soll weiter gratis sein

Hermann Morisse, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses.

LÜDENSCHEID - Auch im neuen Kindergartenjahr sollen Lüdenscheider Eltern, die Sozialleistungen empfangen, den eigentlich vorgesehenen Euro pro Mahlzeit ihrer Kinder im Kindergarten nicht berappen müssen, obwohl das im neuen Bildungspaket des Bundes so vorgesehen ist.

Darin waren sich gestern in einer Beratung nach der Ratssitzung alle Fraktionen einig, wie Hermann Morisse als Vorsitzender des Lüdenscheider Jugendhilfeausschusses (JHA) am Abend berichtete. Morisse nannte zwei Gründe für seinen Optimismus, dass die Stadt ungeachtet der neuen Hartz-IV-Gesetze und der leeren Stadtkasse bei ihrer bisher praktizierten Regelung bleiben darf, den Euro zu übernehmen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas habe aus Düsseldorf die Information mitgebracht, dass die Stadt die Übernahme des Elternanteils an jeder Mahlzeit, der den klammen Kämmerer im letzten Jahr noch 186 000 Euro gekostet hatte, weiterführen darf.

Denn mit dem Bildungspaket, so verlautete aus Düsseldorf, sollen gerade sozial schwache Familien finanziell nicht schlechter dastehen als bisher. Genau das wäre aber der Fall, wenn an Stelle der Stadt ab August die Eltern den Essens-Euro bezahlen müssten. Und: Auch die Sparberater der Bezirksregierung als Landesbehörde, die bekanntlich nach Einsparmöglichkeiten für den Stadthaushalt 2012 suchen, könnten angesichts dieser Haltung des Landes kaum Einspruch erheben, sagte Hermann Morisse auf Nachfrage der LN.

In der heutigen JHA-Sitzung soll die Beratung der Vorlage, die noch den Eltern-Euro vorsah, zwecks Überarbeitung vertagt werden. Eine neue, die den aktuellen Sachstand berücksichtigt, soll die Stadtverwaltung laut Morisse zur nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 6. Juni auf den Tisch legen.

Wichtig sei jetzt, dass alle bezugsberechtigten Eltern für die restlichen Kosten, die bei 3,14 Euro pro Mahlzeit liegen, einen Antrag auf Leistungen aus dem Bildungspaket ausfüllen. Hierfür biete die Stadtverwaltung ausdrücklich ihre Hilfe an, betonte Morisse: „Notfalls wird man Eltern dabei die Feder führen.“ Denn gerade beim Essen dürfe es keine Versäumnisse oder Ausnahmen geben, unter denen letztlich nur die Kinder leiden.

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