Kita-Anmeldung: 80 Plätze für die Kleinsten fehlen

Spaß im Kindergarten: Trotz Rechtsanspruchs ab August wird das wohl nicht für alle Lüdenscheider Kinder gelten.

LÜDENSCHEID ▪ Trotz der Aufholjagd beim Kindergarten-Bau: 80 Plätze für Kinder unter 3 Jahre dürften in Lüdenscheid fehlen, wenn am 1. August ihr Rechtsanspruch gilt. Das ist das Ergebnis der Anmeldungen für das Kita-Jahr 2013/14, das jetzt um die zahlreichen Doppelanträge bereinigt ist.

Mit 1107 Anmeldungen für 40 Kitas liegt die aktuelle Zahl höher als 2012, und 587 dieser Kinder sind unter drei. Bei den 80 fehlenden Plätzen für die Kleinsten sind rechnerisch bereits drei neue Einrichtungen berücksichtigt, in denen man bisher noch kein Kind anmelden konnte: Erst ab August geht die Johanniter-Tagesstätte Brüderstraße an den Start, die Awo-Kita in der alten Schule Kluse und die Kita des SOS-Kinderdorfes an der Freiherr-vom-Stein-Straße sollen bald folgen.

Dass die Stadt Lüdenscheid den Rechtsanspruch bestenfalls im Laufe des Kita-Jahres einlösen kann, liegt laut Fachbereichsleiter Hermann Scharwächter auch an der weiter gestiegenen Nachfrage. Wurde 2012 noch ein Platzbedarf für 38,7 Prozent aller U3-Kinder angenommen, so ergeben sich aus den Anmeldebögen jetzt satte 42,8 Prozent. Fast drei Viertel davon sind Zwei- bis Dreijährige, etwa ein Viertel sind Knirpse zwischen eins und zwei. Die wenigsten Kita-Plätze beantragten die Eltern für die ganz Kleinen zwischen vier Monaten und einem Jahr.

Um dem Bedarf möglichst bald zu entsprechen, will die Stadt laut Scharwächter jetzt mehrere Wege einschlagen. Bereits heute soll es eine Bilanztagung mit allen freien Kita-Trägern in Lüdenscheid geben. Dabei gehe es auch um Ideen, wie die Platzzahl durch bessere Ausnutzung von Räumen oder Anbauten zu erhöhen ist. Die Qualität des Angebots stehe dabei über allem, betonte Scharwächter: „Wir werden nicht aus Raumnot schlechtere Lösungen für Kinder anbieten.“

Zugleich wolle die Stadt alle Eltern anschreiben, deren Kinder bisher leer ausgingen. Sie würden auf die drei neuen Einrichtungen, auf Spielgruppen sowie Tagesmütter hingewiesen. Deren Zahl und damit die Zahl der Tagesplätze soll bis August noch einmal deutlich angehoben werden, sagte der Fachbereichsleiter. Kommt für Eltern statt der Kita auch die Tagespflege in Frage, müsse man die Bedürfnisse jeder einzelnen Familie besprechen, von den Tageszeiten der Betreuung bis zur Zahl der Wochenstunden.

Sicher erscheint angesichts der Anmeldungen, die in den kommenden Jahren noch weiter steigen sollen, schon jetzt: Drei weitere U3-Kindergärten, die es bislang nur auf dem Reißbrett gibt, werden gebraucht. Dabei geht es um die angedachten Projekte in der Albert-Schweitzer-Hauptschule, am Jahnplatz sowie am Duisbergweg.

Auf Platz-Absagen reagieren U3-Eltern unterdessen sehr unterschiedlich, wie Erfahrungen aus anderen Städten zeigen. Einige nehmen die Alternativ-Angebote an, andere melden sich gar nicht mehr oder verzichten ausdrücklich auf einen Platz, der nicht direkt am Wohnort liegt. Manche wollen ihren Rechtsanspruch aber auch bei ihrer Stadt einklagen.

Was dann passiert, ist laut Scharwächter noch unklar.

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