Kirchenkreis unterstützt syrische Flüchtlinge

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Klaus Majoress, Michael Wirth und Hans-Jürgen Vormschlag (v.l.) wollen weiterhin syrische Flüchtlinge unterstützen. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Nicht wegzuschauen vor dem Elend syrischer Flüchtlinge, sondern ein Zeichen zu setzen und vielleicht zur Nachahmung anzuregen: Das ist ein Anliegen der Verantwortlichen des evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg.

Der Kreissynodalvorstand hat daher beschlossen, 5000 Euro für die Arbeit in Flüchtlingsgebieten zur Verfügung zu stellen – weitere Spenden sind erwünscht. Superintendent Klaus Majoress erklärte dazu, dass 2011 mehr Kirchensteuern geflossen seien als in den Haushaltsplanungen erwartet. Einen Teil dieses Mehraufkommens wollte man daher für einen wohltätigen Zweck zur Verfügung stellen.

Dass das Geld syrischen Flüchtlingen zugute kommen soll, liegt nicht zuletzt an den Berichten von Michael Wirth, Leiter der Fachbereichs Migration des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis. Er hatte im vergangenen Jahr ein Flüchtlingslager in Jordanien besucht und sich persönlich davon überzeugt, dass sechs Tonnen an gespendeten Hilfsgütern auch wirklich bei den Menschen ankommen. Seine Erlebnisse schilderte er eindrucksvoll, unter anderem in den LN. Wirth ist überzeugt, dass sich die Situation in Syrien und damit für die Flüchtlinge in den Nachbarländern in absehbarer Zeit nicht entspannen wird.

Hans-Jürgen Vormschlag, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis, hebt die gesellschaftspolitische Bedeutung hervor: „Das ist ein Thema, das kann nicht an uns vorbeigehen.“ Auch Majoress weist auf die globalisierte Welt hin, in der das syrische Flüchtlingsdrama und der Bürgerkrieg nicht einfach weit weg sind: „Das betrifft uns und deshalb müssen wir darauf aufmerksam machen.“

Geplant ist aktuell, das Geld über Hilfsorganisationen für syrische Flüchtlingslager in der Türkei zur Verfügung zu stellen. Erste Gespräche wurden schon geführt, berichtete Wirth. Benötigt würden beispielsweise Lebensmittel, Medikamente, Kleidung, aber auch Spielzeug für die schwer traumatisierten Kinder – „um sie abzulenken.“ Da alles in der Türkei beschafft werden könne, sei es sinnvoll und effektiver, mit den Spenden vor Ort alles Notwendige zu beschaffen als aufwändige Hilfstransporte zu organisieren, erklären Majoress, Vormschlag und Wirth. Aber auch diesmal soll sich eine Delegation davon überzeugen, dass die Mittel entsprechend verwendet werden.

Aber es geht nicht nur um die konkrete Spende, sondern auch darum, sich in der Flüchtlingshilfe stärker zu vernetzen, über die Grenzen des Kirchenkreises hinaus. Dafür möchten der Kirchenkreis und das Diakonische Werk mit ihrer Aktion Impulse setzen. ▪ gör

Spenden können unter dem Stichwort „Für Flüchtlingsgebiete Syrien“ auf das Konto des evangelischen Kirchenkreis überwiesen werden, Konto 562, Sparkasse Lüdenscheid, BLZ 45850005.

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