Noch Buchungen für Sonntagabend

Kinos vor dem Lockdown: André Lubba verlässt sich auf Zusage des Bundes

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Ein stimmiges Hygienekonzept hat André Lubba schon seit Monaten.

Todesstoß? Fatale Auswirkungen? Existenzen bedroht? Kinobetreiber André Lubba verliert seine positive Grundeinstellung auch dann nicht, wenn er Sonntagabend für die nächsten vier Wochen den Filmpalast zusperren muss.

Lüdenscheid - „Dass noch ‘was passiert, war doch klar. Aber das wird ja auch langsam zum Alltag, ich mach mich da nicht verrückt“, sagt er mit Blick darauf, dass bereits seit Montag die Buchungen der Kinositze eingebrochen sind. Aber auch: „Der Zusammenhalt der Leute untereinander nimmt einem inzwischen die Angst vor so etwas.“

Tatsächlich gibt es noch ein paar wenige Buchungen für die letzte Vorstellung am Sonntagabend, bevor die verschärften Corona-Maßnahmen ab Montag greifen und Kinos schließen müssen.

Lubba verlässt sich auf die Zusage des Bundes, mit 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahres-Novembers unterstützt zu werden: „Eine feine Sache. Da kann sich keiner drüber beschweren. Was mich stört, ist das ,bis zu 75 Prozent’. Aber sonst hört sich das erst mal gut an. Man kann eigentlich gar nicht insolvent werden. Man muss halt in diesen Zeiten alles ausschöpfen, was geht. Die helfen einem schon.“

Man kann eigentlich gar nicht insolvent werden. Man muss halt in diesen Zeiten alles ausschöpfen, was geht.

André Lubba

Man müsse jetzt abwarten, welche Einnahmen gegengerechnet werden. Insofern sei das Popcorn-Taxi aus dem Frühjahr zwar bereits geputzt, aber ob es auch genutzt wird im Lockdown-Light-November, weiß Lubba noch nicht.

„Man muss halt zufrieden sein und zusehen, dass man haushaltet und nicht unter die Räder kommt. Es legen sich ja schließlich nicht alle Länder der Welt lahm wegen einer Grippe. Ich möchte auch nicht, dass meine Mutter Corona kriegt“, freut sich Lubba über den großen Zuspruch der Gäste in den vergangenen Monaten.

Das Popcorn-Taxi ist geputzt, aber ob es eingesetzt wird, ist noch ungewiss.

„Die Leute haben ein bisschen was von der ,Ich mach, was ich will’-Mentalität verloren und lernen wieder schätzen, was sie dürfen“, sagt er. Bedauerlich sei die erneute Verschiebung der Filmstarts. Die Verleiher hätten ein paar schöne Sachen angekündigt – und das bringt jetzt wieder Unruhe rein“. Die November-Schließung will er für weitere Renovierungen nutzen.

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