Tag 1 im Lichtspielhaus

Kino im MK: Das erste Popcorn nach acht Monaten

Mann im Kinosaal
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Warten auf die Fans: Noch fühlt sich der stellvertretende Theaterleiter Sascha Bombien ein wenig einsam im großen Saal.

Kinobesitzer Robert Schütte atmet erst mal auf. „Acht Monate keinerlei Einnahmen – das hat mir schlaflose und durchschwitzte Nächte bereitet.“ Jetzt hoffe er, „dass die Leute wieder richtig Hunger auf gute Filme haben“. Und auf Popcorn, Eis oder Nachos. Doch im Parktheater bleibt es am ersten Tag zu allerersten Vorstellung noch ruhig. Niemand will „Feuerwehrmann Sam“ sehen.

Theaterleiter Bilgin Er, Schüttes rechte Hand und seit 21 Jahren in der Branche, und sein Stellvertreter Sascha Bombien geben sich trotzdem optimistisch. Sie haben viel Arbeit in die Wiedereröffnung der sieben Säle gesteckt.

Mit einem ausgeklügelten System sollen möglichst viele Kinosessel besetzt und trotzdem alle Hygieneregeln penibel eingehalten werden. Rund 400 der mehr als 1000 Plätze können verkauft werden.

Coronaregeln für den Kinobesuch: Tests nicht mehr nötig

Kinobesucher müssen am Eingang kein negatives Testergebnis mehr vorlegen. Maskenpflicht: In den Innenräumen müssen die Filmfreunde eine geeignete Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Am Sitzplatz im Kinosaal darf die Maske abgenommen werden. Ansonsten besteht im Kino durchgehend Maskenpflicht. Als geeignete Mund-Nasen-Bedeckung gelten FFP2- oder OP-Masken.

Kartenverkauf: Es werden ausschließlich platzgenaue Tickets verkauft, wobei der ausgewählte Platz auch bei nicht vollständiger Auslastung des Saales nicht gewechselt werden darf. Die Plätze werden nach dem „Prinzip Schachbrettmuster“ vergeben. An jeder Kasse darf jeweils nur ein einziger Besucher oder eine einzige Besuchergruppe stehen. Weitere Besucher müssen im Vorraum mit ausreichendem Abstand und Mund-Nasen-Schutz warten.

Oberstes Prinzip im gesamten Kino ist die Einhaltung des Mindestabstands von grundsätzlich 1,50 Meter. Ehe- oder Lebenspartner, Angehörige des eigenen Haushalts sowie Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht, sind von der Einhaltung des Mindestabstands ausgenommen. Jeder Kinofan muss am Eingang seine Kontaktdaten aufschreiben. Die Zettel werden nach vier Wochen vernichtet.

Die technischen Anlagen von den teuren Projektoren über das Kassensystem bis zum kleinsten Feuerlöscher sind gewartet und auf Vordermann gebracht, die Ausschanktheke im Foyer ist grundgereinigt, die Popcorn-Maschine absolviert ihre erste Schicht seit Ende Oktober.

Alex Zesko schaufelt Luft zwischen die geplatzten Maiskörner, damit sie nicht zusammenkleben. Die Regale sind mit frischen Waren bestückt. Bilgin Er ist zufrieden. „Wir haben schon vor vier Wochen bestellt, damit wir zum Neustart alles da haben.“

Eines der letzten Probleme ist noch nicht komplett gelöst: Ähnlich wie in der Gastronomie haben sich die meisten Aushilfskräfte im Lockdown neue Jobs besorgt. Unter Volllast arbeiten laut Bilgin Er 25 bis 30 Leute im Parktheater, „aktuell liegen wir deutlich darunter“. Die Hoffnung richtet sich auf die nahenden Sommerferien, wenn Abgangsschüler sich ihr Urlaubsgeld verdienen wollen.

Zehn Minuten nach der Wiedereröffnung betritt die allererste Besucherin seit acht Monaten das Parktheater. Die Lüdenscheiderin Iris Dietzsch, inzwischen eine gute Bekannte der Theaterleiter.

Sie kauft Kinokarten für ihren Sohn Markus, für die Abendvorstellung am Freitag, am besten auf seinem Stammplatz. Sascha Bombien freut sich. „Der ist unser treuester Besucher, ein totaler Kino-Enthusiast.“

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