Kind sitzt im Auto fest: Zeugen melden Helfer als Kfz-Aufbrecher

Lüdenscheid - Es begann mit einem Missverständnis, über das man hätte schmunzeln können. Doch am Ende der Begegnung zwischen Lüdenscheider Polizeibeamten und einer jungen Bergstädter Familie sowie deren Freund steht mindestens eine Strafanzeige wegen Körperverletzung, Widerstands, Bedrohung und Beleidigung.

Am Donnerstagabend letzter Woche schloss sich nach Angaben der Familie deren einjähriger Sohn versehentlich in Papas Auto ein, das auf dem Parkplatz des Hellweg-Baumarktes stand. Der Vater rief daraufhin einen Freund zu Hilfe, der Mechaniker ist – und sich sogleich auf die Socken machte. Dass er das Kind nun aus dem Wagen zu befreien versuchte, interpretierten nichtsahnende Zeugen als laufenden Auto-Aufbruch. Den meldeten sie denn auch der Polizei, die mehrere Streifen zum vermeintlichen Tatort schickte. Als der erste Wagen eintraf, gingen die Beamten in der Annahme, es mit Kriminellen zu tun zu haben, auf die Gruppe am Auto zu. Über den weiteren Ablauf gibt es unterschiedliche Angaben, wobei die Polizei wegen des laufenden Verfahrens ohnehin wenig zum Hergang erläutern darf, wie Pressesprecher Norbert Pusch auf LN-Anfrage erklärte.

Tatsache aber ist, dass es nach Wortwechseln und nicht befolgten Anweisungen zu einer massiven tätlichen Auseinandersetzung zwischen einem Polizisten aus dem ersten Streifenwagen und dem Mechaniker kam, die offenbar mit Verletzungen auf beiden Seiten endete. Erst nach einigen Minuten konnte der Vater des Jungen nach eigenen Angaben die Sachlage klären – doch da war es schon zu spät.

Der Mechaniker suchte inzwischen einen Anwalt in Dortmund auf. Ihm übermittelte er nach Angaben des Juristen ein Foto, das ihn verletzt neben dem Polizeibeamten stehend zeigt. Zugleich aber liegt auch gegen ihn auf der Wache bereits die Strafanzeige wegen Körperverletzung und weiterer Delikte vor. Der Anwalt ersuchte unterdessen bei der Polizei um deren Stellungnahme zu dem Vorfall. Für ihn sei vor allem erklärungsbedürftig, wie es zu Verletzungen am Hinterkopf des Mechanikers kommen konnte, die der ärztliche Befund ausweise, sagte er.

Geklärt wird der Vorfall, der als Missverständnis begann, nun wohl vor dem Richter.

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