KinderZeit: Nächtliche Tour durchs Museum

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Bewaffnet mit Taschenlampen machten sich die Kinder zur nächtlichen Museumstour auf.

Lüdenscheid -  Nudeln mit Tomatensauce im Garten der Museen der Stadt, die Stimmung unter den jungen Teilnehmern der Veranstaltung „Nachts im Museum“ ist prächtig. Drei aufgekratzte Knaben wetteifern um die Gunst ihres „Publikums“. Sieben Mädchen, ebenfalls im Alter von neun bis zwölf Jahren, sind noch mit von der Partie. Hinzu kommen als Betreuerinnen Ursula Delhougne und Ulrike Tütemann sowie Verstärkung Volker Kirstein.

Die tiefstehende Sonne wirft Schatten auf den Schokopudding, der als Nachtisch gereicht wird. Kaum ist das letzte Löffelchen abgeleckt, ertönt im Museum ein Alarmsignal. Alles nur Kokolores, bedeuten die Jungs, ziehen weiter ihre Show ab. Indes greifen die ersten Mädchen schon einmal beherzt zur Hand der Freundin. Taschenlampen im Anschlag, geht es durch die Gänge ins Obergeschoß.

Ulrike Tütemann wirkt betroffen und Ursula Delhougne geschockt. Eine Vitrine ist aufgebrochen und eines der Kleinode des Museums, der wertvolle berühmte Knopf, historisches Dokument unschätzbaren Wertes, ist verschwunden... Schließlich wissen auch die Kinder, dass König Wilhelm Maximilian Theodor der Viertel vor Zwölfte Vater eines Zwillingspaares, Jim Boy und John Boy, war. Man vermochte schon kurz nach der Geburt nicht mehr zu sagen, wer denn der Erstgeborene war, setzte einen der beiden im Wald an der Homert aus, um Erbstreitigkeiten vorzubeugen. Hinweis auf seine königliche Herkunft war lediglich ein goldener Knopf am Hemd. Jim Boy wurde von einer alten Frau aufgefunden und sie nahm sich seiner an, bewahrte den Knopf auf.

Bis in den Keller mussten die Kinder bei ihrer Knopfsuche.

Jim Boy wurde Lokomotivführer bei der KAE, später durch Zufall mit seinem Freund Lukas zum Serienstar. Nach dem Tod seiner Ziehmutter fand Jim den Knopf hinter dem Ofen, konnte seine Herkunft klären. Er überließ seinem Bruder das Königreich, wollte in die Ferne reisen, entdeckte Lummerland. Jims Knopf wie auch seine Emma sind später ins Lüdenscheider Stadtmuseum gelangt.

Und jetzt diese Malaise. Knopf weg. Der oder die Diebe sind stets einen Schritt schneller. Türalarm und schon geht die Hatz mit Taschenlampen weiter. Ein Schraubendreher eiligst hinterlassen, eine Feile auf der Treppe, dort ein weißer Handschuh. Lag der nicht vorher an anderer Stelle? Der Schädel im Keller mag wohl den Dieb gesehen haben, aber er verrät nichts. Auf dem stickigen Dachboden dann endlich versteckt ein Fuß. Da!

Eine Puppe! Die mutigen Jungs schlagen vor, unverzüglich die Polizei zu verständigen. Treppauf, treppab, vom Licht in finstere Nacht, vorbei an Aufbruchspuren, Beweisstücken und immer wieder angelockt vom nächsten Türalarm geht es dahin. Einigen ist nun richtig bange. Die Nerven flattern. Gegenseitig beruhigen und noch fester an die Hand nehmen. Dabeisein ist spannender als im Film „Nachts im Museum“. Allerdings war der als Slapstick schnell entlarvt, schließlich erwachten in dem Streifen nächtens alle Exponate zu wunderlichem Leben und hier aber ist ein Exponat von einem dreisten Einbrecher entwendet worden.

In der Unterwelt des Museums wird der „Dieb“ schließlich gestellt. Techniker Volker Kirstein hat „Probealarm“ ausgelöst. „Das muss regelmäßig gemacht werden.“ Die Beweisstücke – Saitenschneider, Feile, Schraubendreher, weißer Handschuh – hat er aus „Vergesslichkeit“ liegen gelassen. Erleichtert traben die Kinder mit ihren Betreuerinnen dem Restprogramm des Abends, einigen vergnüglichen Spielen und in dem einen oder anderen Fall auch der Verarbeitung der spannenden Jagd nach dem „Knopfdieb“ entgegen. Gut gesichert, denn jetzt ist die Alarmanlage „scharf“ gestellt.

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