Dreieinhalb Jahre Gefängnis für Kinderschänder

Lüdenscheid - Die 1. große Strafkammer des Landgerichts Hagen hat den Staplerfahrer, der im März seine zwölfjährige Nichte vergewaltigt hat, zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt.

Nach der Beweislage und dem Geständnis des Angeklagten war erwiesen, dass er sich des Kindesmissbrauchs schuldig gemacht hat. Die Staatsanwältin hatte zuvor vier Jahre Gefängnis beantragt.

Damit blieb die Kammer am unteren Rand des Strafrahmens, den Strafverteidiger Dirk Löber mit den Richtern, der Anklägerin und dem Vertreter der Nebenklage, Rechtsanwalt Dominik Petereit, in einer umfangreichen Verfahrensabsprache ausgehandelt hatte. Als besonders strafmildernd bezeichnete der Vorsitzende Richter Marcus Teich den Umstand, dass der Beschuldigte seinem Opfer durch ein Geständnis eine Aussage vor Gericht erspart hatte.

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Löber wertet es zudem als positiv, dass sein Mandant „sich in aller Öffentlichkeit zu seiner Tat bekannt hat“, wie er im LN-Gespräch sagte. Doch einen minderschweren Fall oder eine eingeschränkte Schuldfähigkeit durch Alkoholgenuss vor der Tat ließen die Richter nicht gelten. Mit dem Urteil setzte die Kammer außerdem den Haftbefehl gegen den 49-Jährigen außer Vollzug. Der Mann kommt also zunächst auf freien Fuß, muss sich regelmäßig bei der Polizei melden und wird in den nächsten Monat seine Ladung zum Haftantritt bekommen. Dass er in den offenen Vollzug kommt, hält Dirk Löber für „wenig wahrscheinlich“.

Von Olaf Moos

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