Beifall für „Wohnen am Sonnenhang“

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Stellten den Siegerentwurf vor: (v.l.) Martin Bärwolf, Britta Rothmann-Bovenschen, Anne-Katrin vom Brocke und Roland Rothmann. -

LÜDENSCHEID ▪ Ein markanter Bautyp, der sechs Grundrisse und viele gestalterische Freiheiten zulässt, hat es Jury und Politik angetan: Mit Lob und Beifall bedachte der Planungsausschuss den Siegerentwurf für das künftige „Wohnen am Sonnenhang“ auf dem ehemaligen Kinderklinikgelände an der Hohfuhrstraße.

Für das Projekt gibt es laut Entwickler Roland Rothmann schon zahlreiche Interessenten, davon etwa 80 Prozent aus Lüdenscheid. Im Sommer 2013 soll der erste Spatenstich zur Erschließung des ehemaligen Klinikgeländes an der Hohfuhrstraße erfolgen. Schon gut ein Jahr später könnten die bis zu 20 Einfamilienhäuser sowie 48 Eigentums- und Mietwohnungen bezogen werden.

Aus vier sehr unterschiedlichen Entwürfen hatte die dreiköpfige Jury den mit 10 000 Euro dotierten ersten Preis an die Architekten Reicher/Haase aus Aachen und Dortmund vergeben. „Der Entwurf zeigt bei den markanten Gebäuden wie auch bei der Aufteilung des Geländes eine klare Handschrift. Mit diesen Planern würden wir bei der Weiterentwicklung gerne arbeiten, sofern sie kooperativ sind“, sagte Fachbereichsleiter und Jurymitglied Martin Bärwolf bei der Vorstellung im Hause Rothmann.

Es ist aber die Crux aller Ideenwettbewerbe: Sie sollen nur eine Vorstellung davon vermitteln, wie ein Baugebiet aussehen könnte, doch stets setzen sich ihre Skizzen in allen Köpfen fest. So verhält es sich auch beim Ex-Kinderklinikgelände: Martin Bärwolf und Roland Rothmann mahnten daher im Planungsausschuss mehrfach, dass noch „reichlich Arbeit“ zu notwendigen Änderungen am Entwurf auf sie warte.

Das gelte für die Aufteilung der Bebauung im Plangebiet wie auch für das endgültige Aussehen der Gebäude: „Dieses Konzept hat andere ausgestochen, weil das Ganze dank der großen Freiflächen locker und durchlässig ist und die Häuser mit ihrer modularen Bauweise trotz vielfältiger individueller Möglichkeiten wie aus einem Guss wirken“, erläuterte Bärwolf.

Dabei solle es auch bleiben, doch hätten zum Beispiel alle Wettbewerbs-Architekten ein großes Gebäude für Betreutes Wohnen einplanen müssen, von dem man sich derzeit eher verabschiede. Auf die Frage von Hansjürgen Wakup (CDU) nach dem Warum angesichts der doch stadtnahen Lage erklärte Rothmann, dass modernes barrierefreies Bauen diese Einrichtung überflüssig machen könne.

Ein echter „Fehlschuss“ sei deren Platzierung im Zentrum des Areals. Entlang der Hohfuhrstraße, über die allein das Gelände erschlossen werde, sollten gleichartige Gebäude stehen, anders als dargestellt. Ebenso könnten die Häuser anstelle der Flachdächer leicht geneigte aufweisen. Zu suchen ist offenbar auch noch der richtige Gebäude-Mix: Bärwolf äußerte den Wunsch der Stadt nach vielen Einfamilienhäusern, Rothmann eine starke Nachfrage nach Wohnungen.

Den Architekten unter den Politikern, Jürgen Sager und Rüdiger Wilde, beide CDU, gefiel der Entwurf nach eigenem Bekunden. Indes fragte Wilde, ob der Gesamteindruck durch Wünsche nach einer „typischen Lüdenscheider Beliebigkeitsarchitektur“ verwässert werden könne.

Das schloss Rothmann, der selbst nicht als Bauträger auftritt und auch keine Generalvermarktung wünscht, aus: Auch Interessenten aus Lüdenscheid seien mit diesem für die Bergstadt ungewöhnlichen Konzept einverstanden. Zudem werde er auch außerhalb werben, sobald die Überarbeitung erfolgt sei. Das solle, wenn es nach ihm geht, schon im November so sein.

Sager erinnerte daran, dass man mit dem „Premium-Wohnquartier“ Einpendler an Lüdenscheid binden wollte: „Das bleibt wohl ein frommer Wunsch; es gelingt uns ja nicht einmal bei der in Iserlohn wohnenden Beigeordneten Marion Ziemann.“

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