Kinderklinik: Vertrag noch im März

LÜDENSCHEID – Das Areal der Kinderklinik geht möglicherweise noch in diesem Monat in den Besitz eines heimischen Investors über. Die Vertragsverhandlungen sind nach Angaben von Klinik-Geschäftsführer Robert Schüwer weit gediehen.

Ausgesprochen sauer ist er deshalb über den Vorstoß der Lüdenscheider CDU-Fraktion, einen Architekten- und Investorenwettbewerb für das Gelände auszuschreiben. „Wem soll denn das aufs Fahrrad helfen?“

Das „Gerede, Gemache und Getue“ sei überhaupt nicht hilfreich. Die Gesprächspartner hätten darauf äußerst verstimmt reagiert. Schließlich gehe es hier um ein großes innerstädtisches Gelände, dessen Veräußerung seit Jahren auf der Tagesordnung stehe, aber auch wegen der Substanz der überwiegend leergezogenen Gebäude nur äußerst schwer am Markt zu platzieren sei, so Schüwer.

Mitte des Monats hatte die Union einen Hochbau-Wettbewerb unter Beteiligung der Architektenkammer vorgeschlagen. Laut CDU sei das Grundstück der ehemaligen Kinderklinik „für die städtische Entwicklung von großer Bedeutung“. Mit einem hochwertigen Wohngebiet ließen sich Fachkräfte an die Stadt binden. Eine aufgelockerte Bauweise können sich die Christdemokraten an diesem Ort vorstellen.

Solche Äußerungen seien „ausgesprochen kontraproduktiv“, entgegnete Schüwer. „Natürlich sind die Interessen der Stadt berührt, wenn der Bebauungsplan geändert werden muss.“ Ein Plan könne aber nur im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Investor aufgestellt werden.

Dass die Union jetzt etwas vermarkten möchte, was ihr gar nicht gehört, ist für den Klinik-Geschäftsführer schlicht hanebüchen. „Der Eigentümer eines freien Ein-Familien-Grundstücks braucht auch nicht irgendwen von außen, der sich ungefragt um die Bebauung kümmert. Wenn jetzt jemand so tut, als habe er gerade das Rad neu erfunden, kommt das bei den Partnern nicht gut an.“

Leere Gebäude, das Heizwerk und der noch genutzte Komplex der Dialyse bildeten in ihrer Gesamtheit einen Flickenteppich, der auf auswärtige Interessenten nicht den notwendigen Reiz ausgeübt habe. Mit Blick auf die demografische Entwicklung habe es keine Schnittmenge gegeben. Doch mit dem heimischen Verhandlungspartner sei die Klinikleitung nun entschlossen, die Sache unter Dach und Fach zu bringen und den Vertrag in diesem Monat zu unterzeichnen.

Am 30. Juni geht Schüwer in den Ruhestand. „Dann mache ich hier das Licht aus und muss mich nicht mehr über Bananenköppe aus der Politik ärgern, die nichts verstehen und eine solche Diskussion lostreten.“ - be

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