Kinderklinik-Areal nicht leicht zu verkaufen

Viel Park, viel Grün, aber eben auch große Bauruinen: So stellten Vertreter der Kliniken den CDU-Mitgliedern am Montagabend das Gelände vor.

LÜDENSCHEID ▪ Es sind 27 331 Quadratmeter eines wunderschönen, parkähnlichen Geländes, die ohne Gebäude hier gut und gern drei Millionen Euro wert wären. Doch das Areal an der Hohfuhrstraße war bis 2007 „die Kinderklinik“. Deshalb stehen zwischen Bäumen, Büschen und zunehmend ungepflegten Beeten sechs mehrstöckige Komplexe, und bis auf einen stehen sie heute leer.

Damit wird nichts aus der Milchmädchenrechnung, die Detlef Seidel, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Märkischen Gesundheitsholding, längst aus den Ohren rauskommt: „Verkauft das doch, dann seid ihr eure Schulden los!“  Stattdessen würden Abbruchkosten und Abschreibungen für Investitionen Seidel wohl schon frohlocken lassen, wenn die Holding aus dem Verkauf mit einer schwarzen Null herauskäme.

Anfang 2013 zieht noch die Dialyse aus dem „Koreahaus“ aus, das einst Schwestern aus Fernost beherbergte und vom jetzt völlig überdimensionierten Heizwerk gewärmt wird. Danach steht alles leer – und zum Verkauf, der Seidel an einem Stück am allerliebsten wäre.

Es waren viele interessante Aspekte, die Lüdenscheider CDU-Mitglieder und Anwohner auf Einladung des Stadtverbandsvorsitzenden Ralf Schwarzkopf gestern zu sehen und zu hören bekamen. Andreas Herzhoff, Technischer Leiter der Märkischen Kliniken, zog allen den Zahn, die meinten, die Gebäude wären noch zu gebrauchen. „Unmöglich. Alle Wasser- und Elektroleitungen sind hin.“ Würde hier irgendein Hahn aufgedreht, „steht das Gebäude sechs Stunden später unter Wasser“. Eine halbe Million Euro im Jahr habe man zuletzt an den Klempner bezahlt.

Flurzuschnitte und Raumhöhen machten moderne Nutzungen undenkbar, auch die anfangs angetane Fachhochschule Südwestfalen ließ sich laut Herzhoff belehren und zog an den Bahnhof. Auf die bisher einzige Ausschreibung meldete sich 2009 nur ein mäßig interessierter Investor, der rasch wieder absprang. Heute, sagt Seidel, gibt es wieder mehrere Anfragen.

Die Union, die auch mit Ratsmitgliedern und Fachbereichsleiter Wolff-Dieter Theissen vertreten war, will das Gelände aber nicht bloß dem nächsten Erbauer von Schuhkartons oder Altenheimen überlassen. „Dafür kann man auch zwei Jahre warten“, stellt sich Schwarzkopf eine reizvolle Wohnnutzung vor, die das herrliche Gelände einbezieht.

Dafür müsste der Rat das Sondergebiet zu Wohnbauland machen. Hier zu leben, wäre dann etwas für Gutbetuchte. Offen blieb zudem, wer ein solches Projekt entwickeln sollte.

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